Wertheim

Fund unterschlagen

Verwarnung für jungen Mann

Wertheim.Wegen Fund-Unterschlagung und Computerbetrugs in fünf Fällen verwarnte das Amtsgericht der Main-Tauber-Stadt einen Angeklagten aus einem Wertheimer Ortsteil. Der zum Tatzeitpunkt Heranwachsende (18 bis 20 Jahre) muss an einem sozialen Trainingskurs teilnehmen, um zu „lernen, was richtig und falsch ist“, sowie den verbliebenen Schaden von 350 Euro wieder gut machen.

Die Vorwürfe der Anklage lauteten, der Beschuldigte habe mit einem Bekannten (gesondertes Strafverfahren) in einem Einkaufsmarkt in der Wertheimer Bismarckstraße den Geldbeutel einer Kundin samt Führerschein, EC-Karte und Bargeld gestohlen. Schaden: 350 Euro.

Der Bekannte arbeitete damals für ein Taxiunternehmen. Mit dessen Tankkarte beglich er im Oktober 2019 fünf Mal auch die Benzinrechnung (Auto/Kanister) des Beschuldigten. Schaden: 200 Euro. Der Angeklagte wusste von der unrechtmäßigen Verwendung.

In der Verhandlung war der Beschuldigte geständig, behauptete aber, man habe den Geldbeutel gefunden. Die Änderung des Tatbestands im Urteil hatte keine erkennbaren Auswirkungen auf das Strafmaß, wohl aber der Voreintrag im Erziehungsregister wegen Hehlerei, ebenfalls mit dem Bekannten.

Während der Verhandlung ließ der Angeklagte seine Sportkappe auf und saß breitbeinig mit weit ausgestreckten Füßen auf seinem Platz. Von Gericht und Staatsanwalt kam keine Rüge, lediglich der Vertreter der Jugendgerichtshilfe (JGH) Main-Tauber sprach von „jugendtypischem Verhalten“.

Laut dem JGH-Bericht zeigt der Beschuldigte im persönlichen Umgang zunächst ein abweisendes, verstocktes Auftreten, möglicherweise die Folge, dass sich der auswärts wohnende Vater nicht um ihn kümmere. Die Mutter behandle er nicht als Respektsperson, obwohl er freie Kost und Logis habe.

Die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker langweile den Angeklagten, er interessiere sich mehr für landwirtschaftliche Tätigkeiten, vor allem mit Maschinen.

In dem Bereich zeige er Initiative, sei ein „Schaffer“ und habe durch solche Tätigkeiten den Schaden des Taxiunternehmens wieder gut gemacht.

Der Beschuldigte grenze sich aber ungenügend von „falschen Freunden“ ab. Die Jugendrichterin warnte: Werden die Auflagen nicht erfüllt, gebe es Freizeitarrest. goe

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