Wertheim

Bürgerfragestunde Umwelt- und Klimaschutz waren Hauptthema

Verschiedene Perspektiven

Archivartikel

Wertheim.Die erste Sitzung des Gemeinderats nach der Sommerpause begann mit einer Bürgerfragestunde. Das übergreifende Thema war klar: Umwelt- und Klimaschutz – aus verschiedenen Perspektiven.

Den Anfang machte der Reicholzheimer Winzer Konrad Schlör. „Die Landwirtschaft ist momentan der Buhmann der Gesellschaft“, fand er direkt klare Worte und nahm wenig später Bezug auf eine Veröffentlichung der Stadt zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Die Winzer dürften nicht die Prügelknaben der Gesellschaft sein, schließlich täten sie viel für die Natur.

Verheerende Folgen

Würde der durch das Volksbegehren geforderte Entwurf umgesetzt, hätte das verheerende Folgen für die Landwirtschaft. Viele Weinberge der Region würden verschwinden,ebenso wie viele Streuobstwiesen. Kinder von Landwirten würden nicht mehr den Beruf ihrer Eltern erlernen, weil sie darin keine Zukunftsperspektive sehen. „Ist die Bevölkerung erst zufrieden, wenn der letzte Landwirt aufgibt und alles aus dem Ausland importiert wird?“

Abschließend kam Schlör zu seiner Frage – oder vielmehr seiner Forderung: Die Stadtverwaltung solle prüfen, wie viele Flächen von einer Änderung des Naturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes betroffen wären und welche Auswirkungen es auf die lokale Landwirtschaft und im Endeffekt auf den Tourismus habe.

Markus Herrera Torrez berichtete, dass die Stadt eine Informationspflicht gegenüber der Bürger habe und das Volksbegehren daher – ohne Position zu beziehen – veröffentlicht habe. Die Wertheimer sollten sich selbst ein Bild machen. Jens Rögener vom Referat Bauordnungsrecht und Umweltschutz ergänzte: „Wenn das zugelassen wird, heißt das noch nicht, dass dieser Entwurf ein zu eins umgesetzt wird.“

Ein weiterer Bürger wollte angesichts der Diskussion über Umwelt- und Klimaschutz wissen, warum die Delegation der Stadt in diesem Jahr mit dem Flugzeug in die Partnerstadt Szentendre in Ungarn gereist war, statt wie früher mit Bus oder Bahn. Der Oberbürgermeister führte als Grund den Zeitfaktor ins Feld, der in diesem Fall entscheidend gewesen sei. Den Umgang einiger Schulen der Großen Kreisstadt mit dem Klimastreik am vergangenen Freitag kritisierte ein Wertheimer. Schüler müssten während der Schulzeit in der Schule sein, der OB verwies auf eine Anweisung des Schulamts. „Es steht den Schülern frei, sich dennoch vom Schulgelände zu entfernen, aber sie müssen dann mit den entsprechenden Konsequenzen rechnen“, so Herrera Torrez weiter.

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