Wertheim

Am Wertheimer Amtsgericht verhandelt Unterhalt für Tochter nicht gezahlt

Urteil ermöglicht Annäherung

Archivartikel

Wertheim.In einer Verhandlung am Amtsgericht Wertheim ging es um die Verletzung der Unterhaltspflicht, auch dies stellt eine Straftat dar. Ein Vater aus dem Kreis Miltenberg hatte für die 1999 geborene Tochter jahrelang keinen oder zu wenig Unterhalt gezahlt, obwohl ihm das unter Berücksichtigung seines Einkommens vollständig oder wenigstens in höherem Maß möglich gewesen wäre.

Das Familiengericht setzte bei der Scheidung der Eltern einen Monatsbetrag von 426 Euro fest, der sich im Lauf der Jahre auf 460 Euro erhöhte. Durch die Nichtzahlung war der Unterhalt der Tochter gefährdet. Die Jugendamt des Landratsamtes Miltenberg musste einspringen. Nach dem Umzug der Tochter nach Wertheim war das Jugendamt in Tauberbischofsheim gefordert.

Die Ämter leisteten Zahlungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG), die aber nicht die Höhe des festgelegten Unterhalts erreichten, und zeitlich begrenzt waren. Weitere finanzielle Hilfe kam vom Sozialamt und ab der Berufsausbildung der Tochter vom Jobcenter Main-Tauber.

Während der Verhandlung wurde deutlich, dass das Verhältnis des Angeklagten zur Tochter und der geschiedenen Frau von Ablehnung geprägt ist. Das Gericht versuchte zu vermitteln. „Haben Sie vor, irgendwann wieder mit ihrer Tochter zu reden?“ Antwort: „Nein!“

Der Vorschlag für einen Beschluss, den die Richterin anschließend unterbreitete, soll auch dazu dienen, das Verhältnis zu verbessern. Die Richterin verhängte keine Bestrafung sondern die vorläufige Einstellung des Verfahrens mit den Auflagen, den rückständigen Unterhalt an die Tochter nachzuzahlen und künftig, solange Anspruch besteht, Unterhalt zu zahlen.

Die genaue Höhe des Rückstandes, „vermutlich über 12 000 Euro“ so die Richterin, soll das Jugendamt errechnen, und der Angeklagte zur Absicherung der Tochter ein unwiderrufliches vollstreckbares Schuldanerkenntnis abgeben. Staatsanwaltschaft, Verteidiger und Beschuldigter stimmten zu.

Wenn letzterer den Auflagen nicht nachkommt, erfolgt Wiederaufnahme des Verfahrens, und eine Verurteilung erscheint dann unvermeidlich. goe

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