Wertheim

Konzert Auftritt der „Jets Revival Band“ trotz Messe-Konkurrenz sehr gut besucht / Band begeistert mit vielen Hits die Besucher / Motto: „Music was my first love“

„Urgestein“ sorgt für beste Unterhaltung

Archivartikel

„Unchain my heart“ – Musikfans kamen beim Auftritt der „Jets Revival Band“ im Convenartis voll auf ihre Kosten.

Wertheim. Obwohl gerade die Messe begonnen hatte, fanden sich am Samstagabend etwa 50 Musikbegeisterte im Convenartis Kleinkunstverein zusammen, um den „romantischen Liedern“ der „Jets Revival Band“ zu lauschen. Wobei lauschen die Sache nicht trifft, denn schon nach einer Minute schafften es die vier Musiker auf der Bühne, dass der Funke übersprang, das Publikum begeistert klatschte und immer wieder bei den Refrains zum stimmgewaltigen Chor wurde.

Nur Lieblingslieder

„Wir spielen nur unsere Lieblingslieder“, verkündete Sänger und Gitarrist Erich Götzner. Und das merkten die Anwesenden. Sie nahmen den vier Künstlern auf der Bühne die Begeisterung und den Spaß an ihrer Musik ab. Nie hatten die Gäste das Gefühl, dass hier ein Programm abgespult wird, sondern viel mehr, dass man mitten hineintauchte in eine Probe von Freunden, die gemeinsam musizieren. So handelten auch viele Lieder der Band von Freundschaft, etwa „With a little help from my friend“ oder auch „You have a friend“. Doch natürlich auch von Liebe, etwa bei „Unchain my heart“ von Joe Cocker.

Dass es dabei nicht zu schmalzig wurde, dafür sorgten immer wieder eingebaute Gags, etwa der etwas konsternierte Blick des Bandleaders, wenn es seiner meinung dann doch zu romantisch wurde.

Nach Auflösung der Jets hatten sich diese vier Freunde zusammengefunden: Neben Götzner wirkten Helmut Schmidt (Gesang, Gitarre, Bass), Dieter Marschall (Gesang, Schlagzeug) und Alfons König(Keyboard, Gesang in der mehrstündigen Performance mit. Sie sind Bühnenveteranen, Schmidt war Gründungsmitglied der Originalgruppe von 1963, Götzner und Marschall stießen 1975 dazu. Aus dieser Zeit stammen auch die meisten der vorgetragenen Songs, die bei dem vorwiegend älteren Publikum sicher schöne Jugenderinnerungen aufkommen ließ. Man könne in diesem Programm endlich mal Lieder spielen, die wunderschön, aber für den Tanzboden nicht geeignet seien, freute sich Götzner. Er moderierte und sorgte mit Sprüchen, Gestik und Mimik immer wieder für Lacher, ob nun bei lustigen Liedern wie „Lollipop“ oder sehnsuchtsvollen Hits wie „Words“ von den Bee Gees.

Doch auch ohne Tanzboden wippten die Zuschauer mit, einige nutzten den geringen nicht bestuhlten Platz, um trotzdem das Tanzbein zu schwingen.

Nicht nur der Unterhaltungswert der vier weiß gekleideten Männer überzeugte, sondern auch die Musikalität der Darbietung – instrumental oder oder a capella. Es war beeindruckend, in welche Tonlagen und Farbnuancen die Stimmen der Sänger wandern konnten, wie präzise ihr Zusammenspiel war und wie sie gekonnt alles aus ihren Instrumenten holten. Etwa bei der Hymne „Hallelujah“, bei der auch das Publikum tongenau einfiel. Es gelang sogar, das für ein großes Orchester angelegte „Music was my first love“ mit allen Klagfacetten auf die kleine Convenartisbühne zu zaubern. Musik als erste und letzte Liebe. Hier konnte man eine Band erleben, die genau das lebt. Und dieser Funke sprang auf das begeisterte Publikum über.

Zum Thema