Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt

Unterhalt muss gezahlt werden

Archivartikel

Wertheim.Seit der Scheidung der Ehe 2017 hat ein Vater für seine zwei minderjährigen Kinder, die bei der Mutter in Wertheim leben, nie Unterhalt gezahlt. Das Familiengericht hatte 542 Euro monatlich festgesetzt. Der Vater, jetzt wohnhaft in Rheinland-Pfalz, musste sich jetzt beim Amtsgericht Wertheim wegen Verletzung der Unterhaltspflicht verantworten.

Nach der Beweisaufnahme kam die Richterin zum Ergebnis, dass der Angeklagte zumindest 100 Euro monatlich hätte überweisen können, weil sein Netto-Einkommen über dem Selbstbehalt von 1086 Euro lag.

Sie verhängte eine Strafe von sechs Monaten, setzte diese aber unter der Auflage zur Bewährung aus, künftig Unterhalt zu zahlen.

In der Verhandlung zeigte sich der Beschuldigte wenig einsichtig. Er habe nicht mehr zahlen können, zum Beispiel auch wegen berufsbedingter Ausgaben. Die Staatsanwaltschaft hielt ihm vor, er habe eine ungünstige Steuerklasse gewählt, um das Nettoeinkommen nach unten zu drücken. Der Verteidiger sah dagegen keine Leistungsfähigkeit des Mandanten. Eine Nebentätigkeit auszuüben, bezeichnete er als unzumutbar. Der Anwalt beantragte Freispruch.

In der Urteilsberatung rechnete das Gericht alle Möglichkeiten der Einkommenssituation durch und kam zum Ergebnis, dass der Angeklagte in jedem Fall über dem Selbstbehalt lag. Er müsse auch die Steuerklasse wählen, die finanziell die günstigste ist. Um den Beschuldigten finanziell nicht zu überfordern, bezieht sich das Urteil nur auf den zukünftig zu leistenden Unterhalt, nicht auf die Rückstände. goe

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