Wertheim

Hasenbühne Laientheater feierte seine erfolgreiche Premiere mit dem Stück „Nix Amore am Lago Maggiore“ und zwei neuen Darstellern

Turbulentes Urlaubsvergnügen mit schwierigen Charakteren

Archivartikel

Bettingen.„Nix Amore am Lago Maggiore“ heißt das neue Stück der Bettinger Hasenbühne, das am Samstag eine erfolgreiche Premiere in der Mainwiesenhalle feierte. In dem Lustspiel in drei Akten von Bernd Gombold sorgt ein vertauschter Koffer für viel Trubel in dem beschaulichen kleinen Hotel „Amore mio“.

Die beiden Freundinnen Bärbel (Sandra Kuch) und Hilde (Tanja Barnik) wollen doch eigentlich nur ein wenig Urlaub machen. Dabei haben sie jedoch unterschiedliche Vorstellungen, wie dieser aussehen soll. Bärbel ist eine männersuchende Dame von Welt und flirtet mit allen Herren, die ihr vor die Nase kommen. Besonders angetan hat es ihr der gutaussehende Kellner Angelo (Johannes Rücker), der die Arbeit nicht erfunden hat und sich seiner Wirkung auf Frauen bewusst ist.

Mit Zucker füttert er die Ameisen an, damit die Urlauber abreisen. Mit „Avanti, avanti“ und „Pronto“ treibt ihn seine Mutter Teresa aber zur Arbeit an. Als temperamentvolle Hotelbesitzerin mit einem perfekten italienischen Akzent gibt Heike Friedrich ihr Debüt auf der Bettinger Hasenbühne.

Hilde möchte einfach nur ein paar erholsame Tage ohne ihren Mann Karl erleben. Mit ihrer schusseligen Art hat sie im Zug versehentlich den falschen Koffer mitgenommen. Neben einigen Strings befindet sich noch weitere „heiße“ Ware darin.

Weitere Hotelgäste sind Hans-Jochen (Ingo Nenner), der gehörig unter dem Pantoffel seiner Frau Renate (Ute Kerth) steht. Im Schlepptau haben die beiden noch seinen Vater Oskar (Roland Breuninger), der die Ameisen auf ganz besondere Art bekämpfen möchte.

Zu guter Letzt checken dann noch der zwielichtige Drogendealer Ritchi (Hendrik Nenner) und seine Freundin Chantal (Jessica Nenner) ein. Stetig kaugummikauend denkt Chantal nur an neue Schuhe, Kleider, einen Besuch beim Friseur und im Nagelstudio. Mit ihrer Art erinnert sie an Chantal aus dem Film „Fack ju Göthe“ und sorgte für viele Lacher im Publikum.

Mit diesem Mix an Hotelgästen sieht es nicht gerade nach einem erholsamen Aufenthalt am Lago Maggiore aus. Schon wirft Ritchi den armen Hans-Jochen, der sich freut, auch mal eine attraktive junge Frau um sich zu haben, in den Pool. Nur mit einem Karton bekleidet taucht dieser wieder auf und wird von Bärbel umsorgt – sehr zu seinem Gefallen.

Um den Fängen seiner Frau zu entkommen, geben er und sein Vater sich als John und Jean-Pierre aus und verabreden ein Blind Date mit zwei unbekannten Frauen. Diese entpuppen sich jedoch schnell als Bärbel und Hilde, die sich mit den Kleidern aus dem vertauschten Koffer aufstylen und mit dem Geld einen drauf machen wollen. Doch daraus wird nichts, denn plötzlich taucht ein Drogenfahnder auf. Marcel Klüpfel ist der zweite Debütant auf der Bühne. So endet die Nacht für alle vier im Gefängnis.

Natürlich klärt sich das Missverständnis auf und sie kommen bedröppelt ins Hotel zurück. „Da ist in der Kurzeitpflege ja mehr Erotik“, zieht Oskar sein Resüme. Gemeinsam mit der Polizei fassen sie den Plan, Ritchi zu stellen. Dabei gibt Drogendealer Thomas sich als Bärbels Freund aus, zu ihrer Freude und seinem Leid. Währenddessen spielt Hilde den Lockvogel. Ob der Plan gelingt und wer dann bei wem bleibt, wird hier aber nicht verraten.

Es war ein gelungenes, kurzweiliges Lustspiel mit vielen komischen Momenten, die dem spielerischen Können der Schauspieler zu verdanken sind. Das Publikum feierte am Ende die gelungene Theaterpremiere, bei der nun auch erstmals Knut Frentzel Regie führte.

Unterstützt wurde er von Roland Breuninger und Andrea Nenner als Souffleuse. Als Inspizientinnen (in der Rolle von Polizistinnen) agierten Nicole und Haley De La Cruz Torres. Hinter der Bühne wirkten Tina Diehm und Sabine Spielmann (Maske), Knut Frentzel und Tobias Klüpfel (Technik) und im Bühnenbau Ingo Nenner und sein Team mit.

Für die beiden weiteren Vorstellungen am Freitag, 25., und Samstag, 26. Oktober, gibt es noch ein paar Restkarten, die bei Roland Beuninger unter Telefon 09 34 2/ 22 44 5) erhältlich sind.

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