Wertheim

Abschluss Abiturienten der Beruflichen Gymnasien und des Kaufmännischen Berufskollegs am Beruflichen Schulzentrum Bestenheid erhalten ihr Zeugnis

Türen stehen in alle Richtungen offen

Die Abschlussfeier der Beruflichen Gymnasien und des Kaufmännischen Berufskollegs am Beruflichen Schulzentrum Bestenheid fand am Dienstagabend statt.

Bestenheid. Eingeleitet wurde der Abschluss mit einer besinnlichen halben Stunde in der katholischen Stadtkirche St. Venantius in Wertheim.

Nach einem Sektempfang im Berufsschulzentrum begrüßten Christina Moraitis und Patrick Schönig die Festgesellschaft mit mehr als 300 Anwesenden. Die Veranstaltung stand unter dem Abiturmotto „Abi lief - I can fly“. Das Moderatorenduo formulierte es so: „Wer zuversichtlich ist, dem wachsen Flügel.“ Und: „Wer fliegen will, muss den Mut haben, den Boden zu verlassen.“

Schulleiter Manfred Breuer begann mit dem Gedanken: „Was leben wir doch in seltsamen Zeiten“. Der Wandel gehe mit hohem Tempo voran und sei eine unglaubliche Herausforderung für jene, vor denen nun 50 Jahre Berufsleben stünden.

Breuer stellte vier Kernkompetenzen in den Vordergrund, die der Mensch braucht. Er nannte zum einen Teamfähigkeit in unterschiedlichen Bereichen und ausgeprägte Sozialkompetenz, die Kompetenz zur Kommunikation, denn den persönlichen Austauschbrauche man nach wie vor. Außerdem werde Kreativität gebraucht und schließlich die Fähigkeit zum kritischen Denken, denn es gehe darum, nicht zum Opfer der Digitalisierung zu werden, sondern zum Gestalter.

Jochen Müssig sprach für den Main-Tauber-Kreis. Er unterstrich, dass die Absolventen nun einen wichtigen Mosaikstein erreicht haben, zu Recht strahle pure Freunde aus ihren Gesichtern. Alle Anstrengungen hätten sich gelohnt, entscheidende Grundlagen seien vorhanden. Nun stünden alle Türen offen, für alle Wege und Berufe. „Ergreifen Sie Ihre Chancen“, forderte er die jungen Menschen auf.

Brigitte Kohout (Stellvertreterin des Wertheimer Oberbürgermeisters Markus Herrera Torrez) meinte, alle Absolventen könnten nun mit Erleichterung genießen, was hinter ihnen liege. Sie wünschte allen eine Welt, die deutlicher von Vernunft und Mitgefühl geprägt sei als die derzeitige und in der es Möglichkeiten gebe, nach persönlicher Freiheit zu suchen. Sie hofft, die jungen Leute könnten erfahren, wie wunderbar es sei, sich durch Tragen von Verantwortung in einer sinnhaften und gerechten Zukunft beachtet zu fühlen.

Integrierter Bestandteil der Abschlussfeier war der Festvortrag des Comedian Alain Frei, seines Zei-chens gebürtiger Schweizer und in Köln lebend. Er nahm kein Blatt vor den Mund und speziell die Unterschiede von Deutschen und Schweizern aufs Korn. Zwei musikalische Beiträge des Absolventen Karl Wiesmann mit seinem Banjo bereicherten ebenso die Veranstaltung.

Die traditionelle Scheffelpreisrede hielt Annika Baumann. Sie erinnerte an die vergangenen drei Jahre durch die Nennung spezieller Aktionen und dem Gedanken, „wir erinnern uns gerne zurück“. Jeder habe nach eigenen Vorstellungen alle Möglichkeiten, „jetzt ist unsere Zeit“. Und es komme die Zeit der Verantwortung, auch an die Gesellschaft und die Mitmenschen zu denken. Die Scheffelpreisträgerin erachtete es als wichtig, auch außerhalb des eigenen Tellerrandes unterwegs zu sein.

Die Zeugnisübergaben inklusive der Auszeichnung der Lob- und Preisträger geschah klassenweise und in der hinreichenden Ausführlichkeit. Die Absolventen sprachen Dankesworte und überreichten Präsente an Lehrer. Als weiterer Programmpunkt mit hohem Spannungsfaktor erwies sich die Ehrung Einzelner mit externen und Schulpreisen. Den Förderpreis des Förderkreises der Wirtschaftsjunioren der Regionalgruppe Main-Tauber überreichten Stefanie Boelck und Alfred Hofmann („Lutz Pumpen“) an Paula Herma.

Nach insgesamt fünfeinhalb Stunden inklusive des Kirchenbesuchs leitete das gelungene Klavierspiel von Ilka Roos über zum nicht-offiziellen Teil des Abends.