Wertheim

Bürgerliste Wertheim Fraktion hat Antrag gestellt / Jugendgemeinderat nicht die passende Lösung

„Stimme der Jugend“ als Beteiligungsform in der Kommunalpolitik

Archivartikel

Wertheim.Die Fraktion der Bürgerliste im Wertheimer Gemeinderat hat mit einem Schreiben an Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez einen Antrag zur Schaffung einer „Stimme der Jugend“gestellt. In dem Schreiben heißt es:

„Während des Kommunalwahlkampfs 2019 war die politische Beteiligung der Jugend ein wichtiges Anliegen unserer Bevölkerung. Die Jugendlichen in Wertheim fühlen sich bisher nicht ausreichend repräsentiert und möchten frühzeitig über betreffende Projekte informiert und besser mit eingebunden werden. In diesem Zusammenhang fiel in der Vergangenheit oft der Begriff “Jugendgemeinderat“, für den wir aufgrund unserer Gesellschaftsstrukturen starke Defizite sehen.

Die meisten Jugendliche verlassen unsere Stadt leider mit Abschluss der weiterführenden Schulen für Studium, Weiterbildung oder Ähnliches. Dies würde zu einer recht hohen Fluktuation des Gremiums führen, eventuell sogar eine psychische Barriere darstellen, da die wenigsten Jugendlichen wissen, wo sie sich in zwei bis vier Jahren nach einem Schulabschluss befinden.

Wir schlagen deswegen als Alternative dazu einen beratenden Sitz „Stimme der Jugend“ vor. In unserem Vorschlag erhält die Wertheimer Jugend zwei Sitze (alleine möchte das sicherlich niemand machen) als sachkundige Einwohner. Diese sind durch die Jugend selbstständig zu besetzen. Eventuell könnten zum Beispiel durch eine Wahl aller Schülersprecher oder der „SMV“ die Personen gewählt werden.

Die Jugendlichen werden gleichgestellt mit dem Altstadtbeirat und dürfen zu betreffenden Projekten Stellung nehmen.

Die Vorteile gegenüber einem möglichen Jugendgemeinderat liegen auf der Hand: keine zeitlich gebundene Periode zum Beispiel an die Kommunalwahl, zeitlich flexiblere „Amtszeit“, keine aufwendig durchzuführende Wahl des gesamten Gremiums „Jugendgemeinderat“ über die gesamte Gemarkungsfläche. Und es ist einfacher, zwei politisch Interessierte zu finden, statt einen kompletten Rat zu besetzen.

Aus diesem Grund stellen wir als Bürgerliste Wertheim den Antrag, zu prüfen, inwieweit man der Jugend eine beziehungsweise zwei Stimmen als sachkundige Einwohner geben und sie somit mehr am politischen Geschehen beteiligen kann.“

Das Schreiben ist unterzeichnet vom Fraktionsvorsitzenden der Bürgerliste, Stefan Kempf.

Zum Thema