Wertheim

Lenkungsstab der Stadt Wertheim Deutliche Kritik an Ergebnissen der Bund-Länder-Beratungen / Impfzentrum im nördlichen Kreis gewünscht

Stein: „Kommunen brauchen klare Ansagen“

Wertheim.Wie einer Pressemitteilung der Stadt zu entnehmen war, äußerten sich die Mitglieder des Corona-Lenkungsstabs der Stadt Wertheim in der jüngsten Videokonferenz zu den Ergebnissen der Bund-Länder-Beratungen am Montag recht enttäuscht.

Regelungsbedarf aufgeschoben

„Offensichtlicher Regelungsbedarf wurde aufgeschoben, aber nicht aufgehoben,“ fasste Bürgermeister Wolfgang Stein zusammen. Die Kommunen bräuchten klare Ansagen, die nun voraussichtlich erst Mitte nächster Woche zu erwarten seien: Am 25. November wollen sich Kanzlerin und Länderchefs wieder beraten.

Zahl der Infizierten

Die Zahl der in Wertheim aktiv Infizierten ist am Montag leicht auf 37 gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Landkreis am gleichen Tag bei 86,1. „Damit sind wir noch ein ganzes Stück weg vom empfohlen Wert von 50 oder gar 35“, konstatierte Stein. Eine spürbare Trendumkehr seit dem „Lockdown light“ Anfang November sei nicht erkennbar.

Keine Verstöße

„Auch mal etwas Positives berichten“ wollte der Leiter des Ordnungsamts, Volker Mohr, mit der Information, dass die Polizei in den letzten Wochen keine Verstöße gegen das Ansammlungsverbot ahnden musste. Die Grenze von zehn Personen bei Treffen unter freiem Himmel werde offensichtlich eingehalten. Mohr führte das nicht nur auf das Verantwortungsbewusstsein der Menschen, sondern auch auf die kalte Jahreszeit zurück.

Viele Spezialfälle

Erheblich zu schaffen macht dem Ordnungsamt weiterhin die neue Verordnung zur Einreise-Quarantäne. „Hier haben wir es mit vielen Spezialfällen zu tun und müssen einen Ausnahmetatbestand nach dem anderen prüfen“. Das sei recht zeitaufwendig und mit vielen Nachfragen verbunden, zumal die empfohlene Online-Meldung nicht von allen Betroffenen praktiziert würde. Ausnahmen würden zum Beispiel für berufliche Reisen, für familiäre Anlässe bis hin zum Todesfall geltend gemacht. 26 Fälle sind seit 8. November beim Ordnungsamt aktenkundig geworden. Hinzu kommt eine ähnlich hohe Zahl von Beratungen. „Viele Firmen und auch Bürger melden sich im Vorfeld geplanter Reisen und erfragen mögliche Konsequenzen,“ erläuterte Volker Mohr.

Einrichtung von Impfzentren

Nach der Impfstrategie des Landes sollen in allen Landkreisen Impfzentren eingerichtet werden. Das Sozialministerium hat dazu einen Kriterienkatalog erarbeitet, nach dem die Kommunen nun die Eignung in Frage kommender Liegenschaften prüfen.

Der Lenkungsstab war sich einig, dass ein solches Impfzentrum im nördlichen Main-Tauber-Kreis im Interesse der Bürgerschaft sei, um weite Fahrten zu vermeiden. stv

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