Wertheim

Corona Lenkungsstab konferierte erstmals im neuen Jahr / Polizei verzeichnete seit Weihnachten 14 Anzeigen wegen Verstößen / Spanferkel-Grillfest aufgelöst

Stadt führt die Notbetreuung für Kita-Kinder fort

Archivartikel

Wertheim.Das neue Jahr beginnt wie das alte geendet hat: Die Corona-Pandemie ist das beherrschende Thema. Der Lenkungsstab der Stadt Wertheim beriet am Donnerstag die aktuelle Entwicklung in einer ersten Videokonferenz nach den Feiertagen. „Wir werden weiterhin erhebliche Geduld und Disziplin aufbringen müssen,“ sagte Bürgermeister Wolfgang Stein laut einer Pressemitteilung. „Aber dank des begonnenen Impfprozesses haben wir auch Grund, zuversichtlich zu sein“.

Die Phase seit Weihnachten sei in Wertheim ruhig verlaufen. Die Polizei verzeichnete in den vergangenen zwei Wochen 14 Anzeigen wegen Verstößen gegen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Ordnungsamtsleiter Volker Mohr bewertete diese Zahl als „im Rahmen des Normalen.“

Ungewöhnlich hingegen sei ein Vorfall kurz vor Weihnachten gewesen: Die Polizei habe eine Ansammlung mehrerer Familien aufgelöst, die sich an einer öffentlichen Schutzhütte zum Spanferkel-Grillen getroffen hatten.

Das Team des Ordnungsamts war auch während der Feiertage präsent, um unter anderem Anträge zur Einreiseverordnung zu klären und zu bearbeiten. „In der Regel waren es dringende familiäre Angelegenheiten, die geltend gemacht wurden“, so Volker Mohr. Er rechnet damit, dass nun die Reisetätigkeit wegen beruflicher Verpflichtungen wieder zunimmt.

Lockdown wird verlängert

Im Mittelpunkt der Beratungen des Lenkungsstabs standen die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse, nach denen der seit Mitte Dezember geltende Lockdown bis 31. Januar verlängert und teilweise auch verschärft wird. Die entsprechende Neufassung der Landesverordnung wird voraussichtlich erst am Wochenende veröffentlicht.

Aber nach den bisherigen Ankündigungen ist in Baden-Württemberg von folgenden wesentlichen Regelungen auszugehen: Alle bisherigen Einschränkungen bleiben bestehen. Im Einzelhandel dürfen nur Geschäfte offenbleiben, die Waren für den täglichen Bedarf verkaufen. Gastronomiebetriebe dürfen nur Essen zur Abholung oder Lieferung anbieten. Dienstleister der Körperpflege müssen ebenso geschlossen bleiben wie Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Die einzige Lockerung: Ab 11. Januar dürfen Kunden bestellte Waren auch wieder abholen.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten weiter. Die Kontaktbeschränkungen werden noch enger gefasst: Ab 11. Januar dürfen sich die Angehörigen eines Haushalts nur noch mit einer zusätzlichen Person treffen. Kinder bis 14 Jahre werden dabei – anders als bisher – mitgezählt.

Notbetreuung in Kita und Schule

Alle Kindergärten und Schulen bleiben in Baden-Württemberg in der kommenden Woche (11. bis 17. Januar) geschlossen. Die Landesregierung will abhängig von der Infektionsentwicklung in der zweiten Januarwoche entscheiden, ob Kitas und Grundschulen ab 18. Januar wieder öffnen können. Im Lenkungsstab wurde diese Abweichung von der bundesweit vereinbarten Linie kritisch gesehen, zumal sie große Verunsicherung auslöse. In den weiterführenden Schulen ab Klasse 5 wird bis Ende Januar nur Fernunterricht praktiziert. Lediglich die Abschlussklassen sollen ab 18. Januar wieder Präsenzunterricht erhalten.

Wichtig für Eltern: Die im Dezember eingerichtete Notbetreuung für Kita-Kinder und Schulkinder der Klassenstufen 1 bis 7 wird ab 11. Januar fortgeführt. Sie ist für Eltern gedacht, die aus beruflichen Gründen dringend auf eine Betreuung angewiesen sind. Entweder weil sie am Arbeitsplatz, der auch das Homeoffice sein kann, unabkömmlich sind oder weil sie keine andere Betreuungsmöglichkeit organisieren können. Die Stadtverwaltung wird über das Anmeldeverfahren zur Notbetreuung noch gesondert informieren und die entsprechenden Formulare im Internet bereitstellen.

Rathausbetrieb bleibt eingeschränkt

Das Rathaus bleibe während des verlängerten Lockdowns für Besucherverkehr geschlossen, heißt es. Die Bürger können mit der Verwaltung telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen.

Wenn zur Klärung des Anliegens ein persönlicher Kontakt im Rathaus erforderlich ist, müsse der Termin vorab individuell vereinbart werden. Die Telefonzentrale der Stadtverwaltung sei zu den üblichen Öffnungszeiten unter 09342/3010 erreichbar. Die Kontaktdaten der Ansprechpartner sind außerdem auf der städtischen Internetseite abrufbar.

Der Landkreis hat den Start für das Kreisimpfzentrum (KIZ) in Bad Mergentheim auf den 22. Januar verschoben (siehe Seite 8). Eine Terminreservierung ist noch nicht möglich. Das soll in den nächsten Tagen geschehen.

Einige Wertheimer, die der priorisierten Personengruppe angehören, haben bereits Impftermine im Zentralen Impfzentrum (ZIZ) in Rot am See absolviert.

Impftermine reservieren

Für beide Einrichtungen können Termine entweder telefonisch über die Nummer 116117 oder über das Internetportal www.impfterminservice.de reserviert werden. Aus Reihen des Lenkungsstabs wurde empfohlen, die Internetseite zu nutzen. Hier werde man in keine Warteschleife geschickt, sondern gut durch das Anmeldemenü geführt. Bei älteren Menschen, die keine Erfahrung mit digitalen Medien hätten, sollten die Angehörigen unterstützen.

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