Wertheim

Auszeichnung Qualitätsprädikat für Wertheim bestätigt / Verbesserungen in einigen Bereichen / „Beispielhafte Werte“

Stadt bleibt „familienbewusste Kommune“

Wertheim erhält nach fünf Jahren erneut eine Auszeichnung für familienfreundliche Kommunalpolitik. Die Stadt darf weiter das „Qualitätsprädikat familienbewusste Kommune Plus“ führen.

Wertheim. „Man darf Wertheim als Leuchtturm der Kommunen im Main-Tauber-Kreis bezeichnen“, sagte Kurt Lacher bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Lacher ist Geschäftsführer der Organisation, die das Qualitätsprädikat „Familienbewusste Kommunen Plus“ verleiht. Bei der Gemeinderatssitzung überreichte er der Stadt die Auszeichnung. Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez nahm sie zusammen mit den Fraktionsvorsitzenden und Referatsleiter Matthais Fleischer entgegen.

Einzige Gemeinde des Kreises

Wertheim erhielt den Titel schon vor fünf Jahren. Die Main-Tauber-Stadt hatte sich damals als eine von 15 Kommunen beworben. Nun stand die zweite Prüfung an, um das Prädikat weiter führen zu dürfen.

Diese Validierung verlief erfolgreich (siehe auch Hintergrund), und so darf Wertheim weiter als einzige Gemeinde im Landkreis von sich behaupten, eine geprüfte familienfreundliche Stadt zu sein. „Den Blick auf die Familien und damit auch die kleinste Einheit der Kommunen zu werfen, sie zu schätzen und zu fördern, ist die grundlegende Verantwortung unserer Gesellschaft“, sagte Lacher bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Das Familienbewusstsein habe sich zum „harten kommunalen Standortfaktor“ entwickelt. Das Prüfungsergebnis habe gezeigt, dass sich die Stadt Wertheim dem Familienbewusstsein in besonderer Weise verpflichtet fühle.

Die Große Kreisstadt habe sich zum Beispiel auf den Feldern Inklusion, Integration und demografische Entwicklung „konsequent und zielstrebig“ weiterentwickelt. Das schlägt sich nieder in den Punktzahlen, die vergeben werden. So habe sich die Prozessqualität um zwei Prozentpunkte auf 71 Prozent erhöht. Die Ergebnisqualität stieg ebenfalls um zwei Punkte auf 71 Prozent. Bei der Strukturqualität ist ein Rückgang von einem Punkt auf 74 Prozent zu verzeichnen.

Allerdings, so Lacher, sei dies kein Rückschritt. Vergleiche man die Prüffragen, habe Wertheim den Stand von 2015 gehalten. Der Prüfkatalog sei mittlerweile in einigen Bereichen fortgeschrieben worden. Man habe vor allem beim Thema „Gesundheit in der Stadt“ zusätzliche Kategorien eingeführt.

Handlungsbedarf Gesundheit

Der Gesundheitsbereich sei das einzige Themengebiet, in dem die Prüfer einen „wesentlichen Handlungsbedarf“ sehen. Bei allen anderen zehn Bereichen lägen die Ergebnisse über der für Große Kreisstädte maßgeblichen Mindestquote von 60 Prozent. Damit sei ein „ganzheitlicher Steuerungsprozess der Stadtverwaltung eindrucksvoll belegt“.

Wertheim habe sich in diversen Handlungsfeldern auf Spitzenwerte verbessern können. Als Beispiele nannte Lacher Förderung der Familie (89 Prozent), Bildung (87), Kommunalverwaltung (82), Frühe Bildung und Betreuung (81), Gesund älter werden (80) und Standortfaktor Familienbewusste Kommune (97 Prozent) – laut Lacher ein „überragendes, von nur sehr wenigen bisher getopptes Ergebnis“.

Die „herausragenden und beispielhaften Werte“ führten zu einem durchschnittlichen Gesamtwert von 74 Prozent – zwei Punkte höher als 2015. Wertheim liege mit 14 Punkten weit über der Mindestquote. Der Erfüllungsgrad der Ziele zeige, dass der Stadt „sehr gute Ergebnisse“ und somit bezogen auf Gegenwart und Zukunft „ein hohes Maß an familienbewusstem Denken, Planen und Handeln“ attestiert werden könne.

Für insgesamt 18 Aktivitäten gab es 30 Bonuspunkte, darunter die Hector-Kinderakademie, die Stadtteilkoordination Wartberg, das Forscher-Ferienprogramm, den Familienspieltag oder den Wettbewerb „Kreative Kopfe“.

Vorbildfunktion

Wertheim erfülle mit dem Ergebnis eine „beispielhafte Vorbildfunktion“. Die Aufgaben würden aber in den kommenden Jahren nicht weniger werden.

Themen wie die demografische Entwicklung, die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die Schaffung von familienfreundlichem und bezahlbarem Wohnraum oder die Herausforderungen im Bereich der Kinderbetreuung zeigten, dass man sich um die Weiterentwicklung kümmern müsse. Ab 2025 werde beispielsweise der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung in der Schule wirksam.

Lacher würdigte die Leistungen der Stadtverwaltung, insbesondere die des Referatsleiter Matthias Fleischer. Als Interviewpartner standen demnach auch Susanne Geier (Personalrat), Elke Hauenstein (Diakonisches Werk) und Paul Mendel (Handwerkskammer) zur Verfügung.

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