Wertheim

Kirche „Mittendrin-Gottesdienst“ mit Christoph Zehendner zog viele Besucher am Sonntag in das Wertheimer Autokino / Wohnstift war zugeschaltet

Spezieller Gottesdienst an speziellem Ort

Endlich einmal wieder bei einem Gottesdienst singen, das konnten die Besucher beim „Mittendrin-Gottesdienst“ am Sonntagmorgen im Autokino in Wertheim.

Hofgarten. Wie so oft in dieser Zeit war es ein bisschen normaler als die Gottesdienste bisher und trotzdem ganz anders. Bei strahlendem Sonnenschein war der Platz des Autokinos voll.

Rund 250 bis 300 Leute versammelten sich in ihren Autos, um den „etwas anderen Gottesdienst, an einem etwas anderen Ort zu feiern“, begrüßte der Organisator Gunter Götzelmann die Besucher. Auch die Bewohner des Wohnstifts im Hofgarten konnten per Liveschalte zuschauen.

Eigentlich wollte man die „Mittendrin-Gottesdienste“ schon im Frühjahr feiern, doch dann kam die Corona-Pandemie dazwischen, erzählt er. Die Idee für einen Gottesdienst im Autokino hatte sein Sohn. Innerhalb von nur zweieinhalb Wochen stand die Veranstaltung. Sein Dank galt deshalb Burg- und Innenstadtmanager Christian Schlager, Veranstalter Dieter Link und den Betreibern des Roxy-Kinos, der Familie Gebauer.

Auch Christoph Zehendner war dabei, um den Gottesdienst zu gestalten. Musikalisch wurde er von Bernd Brümmer an der Gitarre begleitet. Gesang und Musik spielen bei den „Mittendrin-Gottesdiensten“ eine große Rolle. Hier werden vor allem moderne christliche Lieder angestimmt.

Im Auto mitgesungen

Mitsingen, das ist etwas, was vielen Gottesdienstbesuchern im Moment fehlt. Aber wenn man im Auto sitzt, ist dies kein Problem. So gab es am Eingang Liedblätter für alle. Und manchmal konnte man leise den Gesang in den Autos hören.

Vieles sei gerade anders, aber eines das bleibt – Gott und Jesus Christus, in deren Namen man zusammengekommen sei, begrüßte Christoph Zehendner die Besucher. Man sei dankbar, dass so ein Gottesdienst in dieser verrückten Zeit überhaupt möglich sei. Den Psalm 91 übertrug er auf die aktuelle Zeit: „Du brauchst dich nicht zu fürchten vor der Pest, der Seuche. (…) Er hat dir seine Engel entsandt und befohlen, dich zu beschützen auf allen deinen Wegen“, machte er Mut für diese Zeit.

In seiner Predigt ging Zehendner auf das höchste Gebot der Christen ein: Du sollst Gott lieben und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Augustinus habe dazu gesagt, Liebe heißt, ich will, dass du bist. Man möchte, dass es Gott gibt und ihn aus ganzem Herzen lieben.

Schwieriger sei es da manchmal seinen Nächsten zu lieben. Da fällt es leichter, Menschen zu lieben, die weiter weg sind, und sie mit Spenden zu unterstützen. Aber dann ist da der Nachbarn, der Kollegen mit seinen Stärken und Schwächen. Man müsse manchmal einfach geduldig reagieren. Auch im Abschlussgebet bat Zehendner Gott um Unterstützung in dieser Zeit.

Nach zwei weiteren Liedern betraten Beate und Gunter Götzelmann noch einmal die Bühne. Sie wiesen darauf hin, dass man am Ausgang für die Christusträger Bruderschaft aus dem Kloster Triefenstein sammle, die damit Menschen in Afghanistan unterstützen. Aktuell seien zwei Brüder, ein Arzt und ein Logistiker, in Kabul. Dort seien sie in zwei ambulanten Kliniken und einer Werkstatt für die technische Unterstützung der Hospitäler eingesetzt, erklärte Zehendner hinterher. Durch die Corona-Krise haben aber auch viele Tagelöhner im Moment keine Arbeit und es fehlt ihnen an Geld. Durch die Spenden kann nun den Familien mit Lebensmitteln geholfen werden, die in unter katastrophalen Bedingungen in Kabul leben.

Hinterher gab es viel positives Feedback für die Veranstalter. Auch die beiden Musiker waren überrascht, dass dieser besondere Gottesdienst persönlicher war, als gedacht. Man habe in den ersten Reihen die Gesichter sehen können und als alle angefangen haben im Takt zu Winken, war es schön, dass Interaktion doch möglich war. Für sie war es eine tolle Erfahrung, wie sie betonten.

Positive Resonanz

Auch die Besucher freuten sich, mal wieder Musik und die Predigt live zu hören. Zwar kam diese aus dem Radio, aber man sah sie ja auf der großen Leinwand. Ebenso genossen die Besucher des Gottesdienstes die Begegnungen mit anderen Gläubigen und hielten vorher oft einen kleinen Plausch – mit entsprechendem Abstand.

Das gemeinsame Kaffeetrinken, das es normalerweise bei den „Mittendrin-Gottesdiensten“ gibt, musste entfallen.

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