Wertheim

Bildung Zehn ausgewählte Schützlinge der Gemeinschaftsschule durften an einer besonderen Veranstaltung teilnehmen / Informativ und lustig

Spannende Stunden beim ARD-Jugend-Medientag erlebt

Archivartikel

Wertheim.Morgendliche Vorfreude gemischt mit Ungewissheit. IPads checken, ein Blick flüchtiger Blick auf die Uhr, W-Lan-Signal prüfen, QR-Code einscannen. Warten.

So begann für ausgewählte Schüler der Gemeinschaftsschule (GMS) Wertheim jüngst ein ganz und gar nicht alltäglicher Vormittag. Durch ihr vorbildliches Verhalten hatten sich zehn Schüler aus den Klassen 8, 9 und 10 einen spannenden Vormittag beim ARD-Jugend-Medientag verdient. Zu diesem normalerweise viertägigen Kongress, den es seit 2002 jährlich gibt, reisen junge Menschen gewöhnlich von weit an, um in den verschiedensten Veranstaltungen unterschiedliche Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten sowie die Berufsbilder in der Medienbranche kennenzulernen.

Wie alles in diesem Jahr, so war auch der Jugendmedientag anders. Er kam für die Schüler direkt ins Klassenzimmer über Live-Stream, Webkonferenz oder Online-Workshop. Ein großes Glück wie alle Teilnehmer der GMS im Nachhinein unabhängig voneinander sagen werden, denn eins ist sicher: Einen Ausflug für nur zehn Schüler hätte es in dieser Form aus finanziellen und organisatorischen Gründen sicher anders nicht gegeben.

Tom Buhrow dabei

8.15 Uhr: Der Bildschirm am IPad verändert sich. Tom Buhrow, der ARD-Vorsitzende, begrüßt nach einleitendend Worten der Talkmasterin die Teilnehmer persönlich. Sie sollen, so Buhrow, erfahren, was alles dazugehört, um im ARD, im Radio oder im Netz ein Programm zu senden. Aber nicht nur das: An der GMS entschied man sich, unter zahlreichen Angeboten zur Medienbildung für „Formatentwicklung YouTube“ für Klasse 8, „Berufswunsch YouTube“ für Klasse 9 und „News besser verstehen - Podcast und Insta“ für Klasse 10.

Fragen zu jeder Zeit

8.30 Uhr. QR-Code zwei einscannen. Die Web-Workshops und Talks beginnen. Die Lerngruppen sitzen seit Beginn in drei unterschiedlichen Räumen, jeweils mit einer betreuenden Lehrkraft und ihren IPads. Eines zum Sehen der Beiträge, eines zum Abstimmen. Denn der Jugendmedientag ist interaktiv angelegt. Zu jeder Zeit können die Jugendlichen Fragen stellen und sich aktiv in die Veranstaltung einbringen, was bei den zehn Schülern großen Anklang fand.

Obwohl die Veranstaltung parallel zum normalen Unterricht verlief und als Auszeit empfunden wurde, waren sich alle Teilnehmer einig. Eine richtige Auszeit war es auf keinen Fall – es war spannend, informativ und lustig, eigentlich hatte man keine Minute Zeit durchzuatmen.

Dana Newman, YouTuberin von Beruf, ließ die Schüler beispielsweise echte Kommentare zu ihren Videos vorlesen. Anschließend diskutierten die Jugendlichen über deren Wirkung. Sie erkannten, dass Hass-Botschaften echte Menschen seelisch tief trafen, und dass viele positive Botschaften negative im Kopf nicht einfach bei diesen auslöschen, was zu den Vor- und Nachteilen des Berufswunsch „YouTube Star“ führten.

Für ein siebenminütiges Video, so Dana Newman, brauche sie etwa 17 Stunden. Dazu gehöre die Vorarbeit, Drehbuch schreiben, Set in der Wohnung aufbauen, Outfit aussuchen, aber auch drehen und schneiden, bei YouTube uploaden und online bewerben. Unverblümt berichtet sie von den Tricks, die YouTuber anwenden, um für das Publikum perfekt zu wirken und warnte allzu leichtgläubig auf Bilder hereinzufallen. Insbesondere, so Dana Newman, ist mit Filtern vieles machbar.

12.30 Uhr – wo ist die Zeit hin? Mit dem letzten QR-Code melden sich die Schüler beim Abschluss der Veranstaltung an. Mit nur kurzen Worten verabschiedet sich die Talkmasterin und hinterließ staunende Gesichter. Hier hatten Lehrkräfte und Jugendliche mehr erwartet. Aber das schmälerte den Gehalt der vorherigen Stunden für keinen. gms

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