Wertheim

Coronavirus Stadt Wertheim ordnet weitreichende Maßnahmen an / Bürger sollen der Verwaltung ihre Anliegen telefonisch mitteilen

Schutz der Gesundheit hat oberste Priorität

Archivartikel

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, ordnet die Stadt Wertheim weitreichende Maßnahmen an.

Wertheim. „Der Gesundheitsschutz unserer Bürgerinnen und Bürger steht jetzt für uns an erster Stelle“, sagte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez nach der ersten Sitzung des am Freitag eingesetzten Lenkungsstabs. „Es geht um die Unterbrechung möglicher Infektionsketten und um eine Verzögerung der Epidemie.“ Die dazu vom Lenkungsstab eingeleiteten Schritte betreffen die Bereiche Kita und Schule, Veranstaltungen, städtische Einrichtungen sowie den Dienstbetrieb der Stadtverwaltung. Sie gelten ab Dienstag, 17. März, zunächst für den Zeitraum bis 19. April.

Notfallbetreuung

Die Landesregierung hat am Freitag entschieden, dass Kindergärten und Schulen ab Dienstag, 17. März, bis nach den Osterferien geschlossen werden. Die Stadt richtet eine Notfallbetreuung für die Kinder von Eltern ein, die in sogenannten systemkritischen Bereichen arbeiten. Dazu gehören zum Beispiel Polizei, Rettungsdienste, Gesundheitswesen und Energieversorgung (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite).

Soziale Kontakte reduzieren

Das Gebot der Stunde laute, soziale Kontakte auf das notwendige Maß zu reduzieren, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Deshalb hat der Lenkungsstab entschieden, dass folgende öffentlichen Einrichtungen geschlossen werden: Musikschule, Volkshochschule, die drei Wertheimer Museen, das Jugendhaus Soundcafé und der Jugendtreff 114 sowie das Hallenbad. Die Stadtbücherei bleibt lediglich für die Medienausleihe geöffnet; alle Angebote mit Aufenthaltscharakter wie Lesecafé oder die Bildschirmarbeitsplätze sind vorläufig eingestellt.

Alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl über 100 Teilnehmer werden untersagt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung hierzu wird erfolgen. Damit sei auch entschieden, dass der Ostermarkt mit verkaufsoffenem Sonntag am ersten Aprilwochenende entfällt.

Die Arbeitsfähigkeit der Stadtverwaltung müsse aufrechterhalten werden. Um jeder Ansteckungsgefahr vorzubeugen, sollen alle Bürger ihre Anliegen telefonisch oder per E-Mail mitteilen. Besuche im Rathaus und in weiteren Dienststellen – auch Gemeindesekretariate und Ortsverwaltungen – sollen auf das Unaufschiebbare beschränkt werden. Das Ordnungsamt ist für den Publikumsverkehr geschlossen. Hier sind Termine nur nach Vereinbarung möglich.

Verwaltungsintern werden Besprechungen und Zusammenkünfte auf die Anlässe beschränkt, die für den Dienstbetrieb sowie für den Sitzungsbetrieb des Gemeinderats und seiner Ausschüsse notwendig sind. Die Gemeinderatssitzung am Montag, 16. März, findet statt.

Diese Regelungen gelten zunächst bis Sonntag, 19. April. Je nach der aktuellen Entwicklung der Corona-Epidemie und neuen Empfehlungen der Gesundheitsbehörden, wird der Lenkungsstab der Stadtverwaltung bei Bedarf nachsteuern. Er tritt unter der Leitung von Bürgermeister Wolfgang Stein zunächst täglich zusammen. Über neu zu ergreifende Maßnahmen wird die Stadtverwaltung zeitnah informieren. stv

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