Wertheim

Synode des Evangelischen Kirchenbezirks Wertheim Cornelia Wetterich im Amt bestätigt / Oliver C. Habiger folgt als Stellvertreter des Dekans auf Gerd Stühlinger

Schuldekanin hat bereits viele Akzente gesetzt

Wichtige Personalentscheidungen hat die Synode des Evangelischen Kirchenbezirks Wertheim am Samstag jeweils mit großer Mehrheit getroffen.

Wertheim. Cornelia Wetterich bleibt Schuldekanin, Oliver C. Habiger ist neuer Dekan-Stellvertreter im Evangelischen Kirchenbezirk Wertheim. Beide wurden von der Bezirkssynode am Samstag mit großer Mehrheit wieder- beziehungsweise erstmals gewählt.

Habiger tritt die Nachfolge von Gerd Stühlinger an, der in den Ruhestand gegangen ist. Die Zeit des Wenkheimer Pfarrers im neuen Amt wird allerdings zunächst nur eine kurze sein. Sie endet im Mai 2020, wenn die dann neue Bezirkssynode erstmals zusammentritt. Cornelia Wetterich hingegen wurde für sieben Jahre als Schuldekanin bestätigt. Ihre Wiederwahl war von Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh vorgeschlagen worden. Warum, das begründete in seinem Auftrag Kirchenrätin Sabine Jestadt, nachdem der Vorsitzende Ekkehard Hüneberg die Bezirkssynode im Stiftshof in Wertheim eröffnet und die wichtigsten Formalia erläutert hatte.

Cornelia Wetterich habe in ihrer ersten Amtszeit viele und vor allem stets zunehmende Aufgaben bewältigt und dabei Akzente gesetzt, sagte Jestadt. Sie nannte etwa die Organisation des evangelischen Religionsunterrichts, wo Wetterich mit einer mangelnden Personalausstattung habe jonglieren müssen. „Das war ein echter Kraftakt.“ Oft sei die Schuldekanin in Vertretungssituationen selbst eingesprungen. Der Neuaufbau der Medienstelle, die Kinder- und Jugendarbeit, aber auch die mit Erwachsenen, das Engagement im Kirchenbezirk und als Landessynodale waren weitere Beispiele ihres „enormen Arbeitspensums“.

In dieses gab die Schuldekanin dann selbst einen Einblick. Dafür hatte sie ihr Schuhregal „geplündert“ und einige Paare mitgebracht – nicht ohne schmunzelnd darauf hinzuweisen, dass sie noch über mehr Exemplare verfügt.

Ihre Vorstellung begann Cornelia Wetterich mit den „Businessschuhen“ und beendete sie mit den „Freizeitschuhen“. Sie berichtete unter anderem, dass sie in den zurückliegenden sieben Jahren jede der 45 Schulen im Kirchenbezirk mindestens zwei Mal besucht habe. Denn „wenn man sich kennt, ist vieles einfacher“. Die Pfarrerin informierte über den „Runden Tisch Bildung“ und schwärmte von der ökumenischen Zusammenarbeit, die im Schulbereich wunderbar funktioniere.

Auch „schicke Schuhe“ stehen im Regal und werden getragen, wenn die Dekanin ihre Kirche in der Öffentlichkeit repräsentiert. Als Schuldekanin sei sie nach wie vor Pfarrerin und halte gerne Gottesdienst, so Wetterich. Den gibt es auch für Schüler, „die allermeisten besuchen ihn bis zu drei Mal im Jahr. Wenn das auch die Erwachsenen täten . . .“ Sicher zu den eindrucksvollsten Initiativen gehören die Sammelaktionen von Schülern für die zwei Tafeln im Kirchenbezirk.

Ohne Fragen und Diskussionen ging es in die Wahl, an deren Ende Wetterich bei 37 Wahlberechtigten mit 36 Ja-Stimmen und einer Enthaltung im Amt bestätigt wurde.

Vor 51 Jahren in Pforzheim geboren, verheiratet, Vater einer 19-jährigen Tochter, seit 16 Jahren Pfarrer in Wenkheim: Das ist Oliver C. Habiger, der neue Stellvertreter des Dekans und damit Nachfolger von Pfarrer Gerd Stühlinger, der in den Ruhestand gegangen ist (wir berichteten). Habiger informierte, wie er vom Industriekaufmann – den Beruf hatte er ursprünglich gelernt – zur geistlichen Profession kam, und dass seine Entscheidung, für das neue, zusätzliche Amt zu kandidieren, eigentlich noch unter anderen Voraussetzungen getroffen worden war. „Ich ging davon aus, dass es Dekan Büsing noch ein paar gute Jahre hier macht.“ Die Umstände seien jetzt ein wenig anders. „Und ich kann nicht ganz einschätzen, was auf mich zukommt.“ Dennoch hielt er seine Bewerbung aufrecht und „will einbringen, was mir wichtig ist“, so Habiger.

Dazu gehöre es, „Kirche ganz stark von den Gemeinden und von den Menschen, die sich dort engagieren, her zu denken“. Er bevorzuge eine sehr ehrliche, direkte und wertschätzende Kommunikation. „Man kann mir eigentlich alles sagen, und ich nehme das auch niemandem übel“, versicherte der Bewerber.

Das glaubten ihm die Wahlberechtigten offenbar auch. Denn von 33 abgegebenen Stimmen entfielen 28 auf ihn bei fünf Enthaltungen. Gewählt ist Habiger zunächst bis zum 8. Mai 2020, wenn die neue Bezirkssynode erstmals zusammentreten wird.

In den Auszählungspausen berichteten Helmut Wießner aus der Landessynode und Hüneberg aus dem Bezirkskirchenrat. Der Vorsitzende informierte außerdem, dass seit dem 1. November Pfarrer Fritz Kabbe die Vakanzvertretung in Tauberbischofsheim und Waldenhausen/Sachsenhausen übernommen habe.

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