Wertheim

Ausflug

Schüler erkundeten Schlösschen

Hofgarten.„Kinder entdecken den Park und das Schlösschen“. So hätte man auch die Unterrichtseinheit nennen können, als Schüler der Klasse 4a und b der Gemeinschaftsschule „Alte Steige“ unter der Leitung der Lehrerinnen Birgit Schmitt-Rybol und Viola Zipf in den Park nach Eichel kamen.

Mit Mund- und Nasenschutz bewaffnet, den entsprechenden Abstand in der Corana-Zeit und die Hygienemaßnahmen einhaltend, wurden die Schüler von Jörg Paczkowski und Helga Hiller durch den Eichler Hofgarten geführt und entdeckten diesen mit seinen Besonderheiten. Zunächst erfuhren die Schüler etwas über die Geschichte des englischen Parks.

Er wurde angelegt nach einem Vulkanausbruch in Asien 1814/15, denn dieser hatte zu einer Klimakatastrophe in Süddeutschland geführt. Zwei Jahre hatte es in der hiesigen Gegend nur geregnet, da die Vulkanstaubwolke das Wetter beeinflusst hatte. Den Wertheimern ging es damals schlecht, so dass Fürst Georg von ihnen den Park anlegen ließ und sie dafür bezahlte, so dass sie ein Einkommen hatten – eine erste Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Die Schüler fanden es zudem besonders faszinierend, dass einer ihrer Mitschüler aus der weiteren Umgebung dieses Vulkans stammte.

Die Schüler eroberten dann auch den Rundtempel mit der darunterliegenden Grotte, die dafür diente, Lebensmittel und Getränke kühl aufzubewahren. Mit großer Ehrfurcht betrat man die Kapelle, in der unter anderem Fürstin Wanda beigesetzt worden ist. Sie war eine Wohltäterin in Wertheim und hat um 1903 gleichsam die erste „Kindertagesstätte“ in Kreuzwertheim errichten lassen.

Beim Gang durch die Park erkannten die Kinder sofort die drei unterschiedlichen Bereiche: einmal die Rasenfläche um das Schlösschen, dann die Wiese und schließlich den Waldbereich. Der Park diente sowohl dem Vergnügen und der Erholung der Wertheimer Bevölkerung als auch teilweise als Nutzgarten.

Bevor das Schlösschen „erobert“ wurde, entdeckten die Schüler die einst sinnvolle Wasserführung bei Regen. Sie sahen, dass die historischen Wege nicht flach sondern leicht gewölbt waren, so dass das Regenwasser in die Seitenrillen abfließen konnte. Im Schlösschen besichtigte man die historische Räume und entdeckte in der Ausstellung „Zu Gast bei ...“ die Innenraumbilder und die zeitgleichen Puppenstuben, so das die früheren Wohnverhältnisse erlebbar wurden. Fast zweieinhalb Stunden waren die Schüler im Park. Sie waren sehr aufmerksam, und die vielen Fragen, die noch gestellt wurden, zeigten das große Interesse, das durch den Besuch in Eichel geweckt worden war.

Zum Thema