Wertheim

Erste Hilfe DRK-Ortsverein klärt über Hilfsmaßnahmen auf / Einsatz des „Automatisierten Externen Defibrilators“ stand im Mittelpunkt

Schnelles Handeln entscheidet

Sachsenhausen.Bei einem Atemstillstand ist schnelle Hilfe gefragt, denn schon nach kurzer Zeit entstehen im Körper ohne Sauerstoff irreparable Schäden. Am Donnerstagabend erfuhren viele Interessierte im Sachsenhäuser Feuerwehrhaus, wie man mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) Leben retten kann.

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung des DRK Ortsvereins war der Einsatz des „Automatisierten Externen Defibrillators“ (AED). In Sachsenhausen gibt es jeweils eines dieser Geräte an der Friedhofshalle und in der Turnhalle. Ihr Standort ist mit einem grünen Schild mit einem weißen Herzsymbol und einem weißen Kreuz gekennzeichnet. Die Mitglieder des DRK rieten den Anwesenden auf die Schilder zu achten: Sie werden erstaunt sein, an wie vielen Orten die Geräte zu finden sind.“

Referent Artur Heilemann erklärte vorab, bei welchen Symptomen es sich um einen Notfall handelt. Weil ohne Sauerstoffzufuhr zum Körper die menschlichen Gehirnzellen bereits nach drei Minuten beginnen abzusterben und nach fünf Minuten die Überlebenschance des Patienten bereits massiv gesunken ist, sei eine sofortige Wiederbelebung wichtig. Mit jeder Minute ohne Reanimation sinke die Überlebenschance um zehn Prozent. Es sei ganz entscheidend eine Notfallsituation zu erkennen und richtig zu handeln.

So können die Elektroschocks des AED gegen das Kammerflimmern eingesetzt werden. Der Schock bringt das Herz wieder in seinen richtigen Rhythmus. Heilemann nutzte den Vortrag, um den Menschen die Angst vor der Anwendung des Geräts zu nehmen. Mann könne damit dem Patienten nicht schaden, denn der AED prüft selbst, ob ein Schock sinnvoll ist.

Ausführlich stellte Heilemann die Schritte vor, die Ersthelfer bei einem Notfall ergreifen sollen. Der Notruf sollte so früh wie möglich getätigt werden. „Rufen Sie zudem laut um Hilfe und bitten sie so andere Mitzuhelfen!“

„Liegt keine normale Atmung vor, beginnen sie mit der Wiederbelebung.“ Spätestens vor deren Start muss der Notruf sichergestellt sein, denn die HLW darf nicht unterbrochen werden. Ein weiterer Helfer solle den AED holen.

„Der AED soll eingesetzt werden wenn der Patient nicht mehr Atmet. Setzen sie ihn im Zweifel immer ein!“

„99 Prozent der Gerätetypen werden durch das Öffnen aktiviert.“ Anschließend gebe das Gerät per Sprache genaue Anweisungen. Die Oberbekleidung muss entfernt und eine nasse Brust abgetrocknet werden. Störende Arzneimittelpflaster sollte man entfernen. Man öffnet das Paket mit den Elektroden und klebt diese, wie darauf abgebildet, fest auf den Brustkorb. „Wichtig ist, dass keine Luft zwischen Elektrode und Haut ist!“. Die Elektroden werden so angebracht, dass der Stromstoß durch die Herzachse verläuft. Das Gerät analysiert den Herzschlag. Liegt ein Kammerflimmern vor, wird nach einer Warnung der Schock ausgelöst.

Der Helfer muss danach die HLW fortsetzen und die Elektronen am Patienten belassen. Das Gerät analysiert nach einigen Minuten den Herzschlag erneut. „Während der Analyse und dem Schock muss unbedingt Abstand vom Patienten gehalten werden.“ Vor Einsatz des AED sollte der Patient möglichst von leitenden Böden oder Nässe entfernt werden.

Die Geräte seien immer Betriebsbereit. „Sie prüfen sich regelmäßig selbst“, so Heileman. Marco Lotz und Martin Ries vom DRK Ortsverein führten die Anwendung des AED und die HLW an einer Übungspuppe vor. Anschließend nutzten die Zuhörer die Chance selbst zu üben. bdg