Wertheim

Ortschaftsrat Siegfried Rücker als „Mann für alle Flächen und Erledigungen“ verabschiedet / Reichhaltiges kulturelles Leben im Ort gewürdigt

Schlüsselübergabe für März 2021 geplant

Der Ortschaftsrat Nassig kam am Montagabend zu seiner ersten Sitzung des Jahres 2020 zusammen. Auf der Tagesordnung stand auch der Baufortschritt der Wildbachhalle.

Nassig. Ortsvorsteher Volker Mohr freute sich über die zahlreichen anwesenden Bürger. Nach der Ehrung von Blutspendern folgte eine weitere Würdigung, die Verabschiedung von Siegfried Rücker. Dieser habe, so der Ortsvorsteher, über 15 Jahre lang unter anderem die Grünflächen in der großen Ortschaft versorgt, sei ein Ansprechpartner gewesen, der sich rasch um notwendige Dinge gekümmert habe. Rückers Arbeit sei vielseitig, anstrengend, zeitraubend gewesen, dieser selbst im ganzen Ort präsent. Die hohe Verlässlichkeit sei nicht mit Geld zu bezahlen. Mohr sprach gute Wünsche für die Zukunft Rückers aus und schloss mit den Worten: „Wir wissen, was wir an dir hatten“.

Der Ortsvorsteher informierte zum Sachstand beim „Ersatzneubau Wildbachhalle“. Inzwischen nehme der Rohbau Gestalt an. Die Grundfläche sei gut erkennbar, auch der zusätzliche Gymnastikraum abgebildet. Je nach Witterung werde alsbald die Decke zum ersten Obergeschoss betoniert und mit dem zweiten Obergeschoss begonnen.

Die Schlüsselübergabe sei für das erste Quartal 2021 geplant. Der Ortsvorsteher fasste diesen Punkt so zusammen: „Wir sind auf einem guten Weg, es ist ein tolles Projekt für Nassig.“

In seinem Jahresrückblick ging Mohr zuerst auf die Wahlen im Mai ein. Der Ortschaftsrat habe sich 2019 insgesamt fünfmal öffentlich getroffen und dreimal nichtöffentlich, dazu habe es diverse Besprechungen außerhalb des Protokolls gegeben. Behandelt worden seien zahlreiche Bauanträge, auch bedingt durch das Neubaugebiet. Jedoch seien auch Baulücken und freie Grundstücke überplant und bebaut worden, die Innenentwicklung liege nicht brach.

Mohr ging auf das reichhaltige kulturelle Vereinsleben im Ort ein, bei dem auch Jubiläen zu verzeich-nen gewesen seien. Er nannte 50 Jahre „AC Main Tauber“ mit einem Festwochenende im Juli, die „Steintaler“ hätten den 20. Geburtstag des in Eigenleistung errichteten Spielplatzes gefeiert. Das Brennfest im Mai habe sich bereits etabliert. Lange gezittert habe man um das Westernfest, so der Ortsvorsteher. Zu würdigen sei auch, so der Ortsvorsteher, dass das Areal rund um die Wildbachhalle, das sich zum Vorteil entwickelt habe. Der Duschtrakt sei ebenso wie die Nahwärmeversorgung fertig gestellt und in Betrieb genommen, der Rohbau der Wildbachhalle entstehe derzeit. Die Ortschaft werde von den Neuerungen in der Zukunft sehr profitieren. Das Privileg, in der heutigen Zeit solche Verbesserungen der Infrastruktur zu erhalten, sei sehr groß, betonte Mohr. Und die Ortsgemeinschaft habe sich sehr eingebracht. Die Vielfalt der Veranstaltungen, sagte der Ortsvorsteher, zeige einmal mehr, dass Nassig auf sein Vereinsleben stolz sein könne.

In seinem Ausblick auf 2020 verwies Mohr darauf, dass der Terminkalender bereits auf der Homepage eingestellt sei. Am Dienstag, 31. März, wolle man in einem Gottesdienst dem 75. Jahrestag der Zerstörung Nassigs gedenken, es solle auch eine Kranzniederlegung auf dem Friedhof geben. Heraus zu heben sei das 50-jährige Jubiläum der Reservistenkameradschaft Nassig im Mai. Zum Jahresende 2020 dürfe man sich langsam darauf freuen, die neue Wildbachhalle in Betrieb zu nehmen.

Das Thema „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ sei in den vergangenen Jahren durch das Land Baden-Württemberg für Nassig leider nicht bewilligt worden, so der Ortsvorsteher, für das Jahr 2020 sei die Förderung endlich zugesagt. Das Verfahren könne im Frühjahr anlaufen, die Ortschaft werde von einem beauftragten Ingenieurbüro durchleuchtet. Ziel sei, ein Sanierungsgebiet auszuweisen. Damit könne die Motivation, eine alte Hofreite oder dergleichen zu sanieren, finanziell gestärkt werden. Das Baugebiet „Müllerswiesen“ sei faktisch ausgebucht, unterstrich Mohr, man mache sich jetzt schon intensiv Gedanken über eine weitere Planung von möglichen Baugebieten. Dazu solle in der nächsten Sitzung näher informiert werden.

Mohr äußerte am Ende der veranstaltung: „Nassig ist eine starke Dorfgemeinschaft in einem wirklich schönen Ort“. Es sei Gemeinschaftsaufgabe für alle, Nassig mit Bedacht fortzuentwickeln. Nach fast 90 Minuten Beratungen des Ortschaftsrates blieben die Bürgerinnen und Bürger zu einem kleinen Stehempfang vor Ort beisammen.

Zum Thema