Wertheim

Kloster Bronnbach Sonderführungen zur Geschichte des Monasteriums mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten

Schaffenskraft der Mönche und stille Winkel entdecken

Bronnbach.Mehrere Sonderführungen zur Geschichte von Kloster Bronnbach finden im September statt. Sie handeln vom „Beten und Arbeiten der Klosterbrüder“, von den Spuren der Zisterzienser in der Umgebung, von unbekannten Seiten Bronnbachs und von seiner jüngeren Geschichte.

Die Sonderführung „Vom Beten und Arbeiten der Klosterbrüder“ findet am morgigen Dienstag, 11. September, um 18 Uhr unter der Leitung von Kurt Lindner statt. Auf einem eineinhalbstündigen Rundgang durch den Kreuzgang, die Kirche, den Dachstuhl, den Klosterhof und den Abteigarten erhalten die Teilnehmer einen Einblick in das Leben, den Glauben und die Baukunst der Mönche. Der Alltag der Mönche und Laienbrüder im eigenen Klosterhof mit Mühle und Viehstallungen wird vorstellbar. Der Abteigarten wird, wie einst für die Mönche, als Ort der Muse und der Erbauung erfahrbar.

Auf den Spuren der Zisterzienser die Klosterlandschaft Bronnbach erwandern können Interessierte auf der geführten Rundwanderung mit Kurt Lindner am Freitag, 14. September, um 17 Uhr. Der Rundgang im stimmungsvollen Licht des Spätsommerabends in der ehemaligen Klostergemarkung zeigt eindrucksvoll den großen Einfluss, den die „grauen Mönche“ auf die Kulturlandschaft nahmen. Noch heute weisen Feldflure, Weinberge, Hofanlagen und Wasserläufe auf die große Schaffenskraft der Mönche hin, deren prägende Gestaltung der Umgebung noch immer den Stempel aufdrückt. Auf dem etwa drei Kilometer langen Weg werden echte Zeitzeugen klösterlichen Wirkens besucht. Die alte Brücke am Fischergraben, ein künstlicher Staudamm, der umgeleitete Klosterbach und der Mühlkanal im Tal sind ein paar dieser herausragenden technologischen Meisterleistungen der „Gärtner Gottes“, wie die Bronnbacher Zisterzienser auch genannt wurden. Sie haben die Landschaft im Taubertal nachhaltig und bis heute verändert. Die Führung dauert rund zwei Stunden. Festes Schuhwerk und gegebenenfalls ein Regenschutz sind erforderlich.

Ganz neu im Programm der Bronnbacher Kultouren ist die Führung „Verschlossene Türen - Vergessene Winkel - Unbekanntes Bronnbach“ mit Annemarie Heußlein. Diese Sonderführung am Donnerstag, 20. September, um 17 Uhr erlaubt Einblick in sonst unzugängliche Bereiche des Kloster Bronnbach. Fast vergessene Ecken und Winkel wie alte Privatwohnungen im Bursariat oder das fürstliche Kinderzimmer werden nur für diese Führung zugänglich gemacht.

Unterhaltsam werden Anekdoten und Erinnerungen aus der Zeit der 50er und 60er Jahre von einer Augenzeugin und gebürtigen Bronnbacherin präsentiert. Ob hochadlige Besuche, Fürstenhochzeit in der Klosterkirche oder Tanzabende im Klosterhof – Annemarie Heußlein berichtet von Alltäglichem und Besonderen, von Festlichkeiten und dem Alltag der über 600 Bewohner in dem ehemaligen Klosterkomplex nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie ließ es sich leben an einem Ort, der gemäß der Regel des Heiligen Bernhards „einsam, unwirtlich, abgelegen und wasserreich“ war?

Eine Sonderführung zur jüngsten Geschichte des Klosters Bronnbach mit dem früheren Landrat Georg Denzer findet am Dienstag, 25. September, in der früheren Zisterzienserabtei statt. Treffpunkt ist um 17 Uhr vor dem Klosterladen am Haupteingang.

Der Main-Tauber-Kreis hat die Liegenschaft Kloster Bronnbach im Jahr 1986 gekauft. Der ehemalige Landrat des Main-Tauber-Kreises wird bei dieser Führung besonders auf die Anfänge des Klostererwerbs eingehen und die Pionierzeit in den 1990er Jahren mit einigen Anekdoten würzen.

Außerdem wird der frühere Landrat Denzer als „Originalquelle“ die Chancen, aber auch manche Schwierigkeiten der Entwicklung aus einer durchaus persönlichen Sicht erläutern. lra