Wertheim

Historischer Verein

Reise nach Gotha

Archivartikel

Wertheim.Die traditionelle Herbstfahrt nach Thüringen des Historischen Vereins Wertheim führte diesmal nach Gotha und Umgebung. Jörg Paczkowski übernahm die Führung durch das Schloss in Gotha. Er informierte über die Geschichte der Stadt und besonders über den Begründer der Linie Sachsen-Gotha, Ernst I., der auch „der Fromme“ genannt wurde. Ihm ist der Bau des größten Barockschlosses des 17. Jahrhunderts in Deutschland zu verdanken, das er ab 1640 errichten ließ. Herzog Ernst spielte immer wieder eine wichtige Rolle bei Friedensverhandlungen in Deutschland und Europa, deshalb nannte er auch sein Schloss in Gotha „Friedenstein“. Ernst kümmerte sich intensiv um das Wohl seiner Bürger und ordnete die Finanzen seines Landes.

Das gewaltige Schloss wirkt von außen im Detail schlicht und ist vor allem auf Fernwirkung ausgerichtet worden. Neben den imposanten Barockzimmern, die vom schweren Stuck des späten 17. Jahrhunderts und von den Intarsienböden der Zeit um 1730 geprägt sind, beeindruckte besonders der großartige Thronsaal. Das Gothaer Schlosstheater ist eines der ältesten Barocktheater mit einer funktionstüchtigen Bühnenmaschinerie aus dem 17. Jahrhundert. Ab 1775 wurde es unter Herzog Ernst II. als eines der ersten deutschen Hoftheater von einem eigenen feststehenden Ensemble bespielt.

Vor der Mittagspause wurden Teile der Altstadt besonders das Renaissancerathaus angesehen. Dann wurde der Teilort Gothas Siebleben aufgesucht, wo die vom Berliner Klassizismus beeinflusste Dorfkirche (1820/30) besichtigt wurde. Im Dorf hat ist ein wunderbares kleines Barockschloss vom Anfang des 18. Jahrhundert erhalten, dessen Garten rekonstruiert wurde und sehr gepflegt ist.

Den Abschluss der Exkursion, an der mehr als 40 Mitglieder teilnahmen, bildete die Besichtigung der ab 1511 errichteten Dorfkirche in Seebergen. Im Osten war über dem Altar die gewaltige Orgel um 1850 errichtet worden, die mehr Register aufweist als die Orgel in der Wertheimer Stiftkirche. Sie erklang als einer der Höhepunkte der Fahrt, da der Organist Werner Flicker aus Wertheim sie spielen durfte. jp

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