Wertheim

Konzert Gitarrenduo „Café del Mundo“ spielte vor vollem Haus einen Querschnitt aus ihrem reichen musikalischen Schatz im Burggraben

Publikum tanzte zu zauberhaften Flamencoklängen

Archivartikel

Wertheim.Normalerweise wären Jan Pascal und Alexander Kilian gerade auf einer Tournee durch Südkorea. Wegen der Reiseverbote in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie konnte Burgmanager Christian Schlager sie kurzfristig für ein Konzert in Wertheim verpflichten.

Als „Café del Mundo“ sind sie auf der ganzen Welt bekannt und spielen ihre spanischen Flamenco-Gitarren ebenso virtuos wie die ganz Großen der Branche aus dem spanischen Mutterland des Flamencos und anderer wohlbekannter Tänze.

Bereits vor drei Jahren gaben die beiden Musiker ein Gastspiel in Wertheim, damals vor deutlich weniger Publikum als den jetzt erlaubten 250 Personen. Die waren von dem Abend restlos begeistert, wie man im Anschluss in Gesprächen hören konnte. Die Fingerfertigkeit und die Schnelligkeit der Griffe beeindruckten. Dabei erstreckt sich das Repertoire der beiden nicht nur auf spanische Folklore. Auch Pop- und Rocksongs werden gekonnt von den beiden arrangiert und neu vertont. Man merkte, dass den Musikern der direkte Kontakt zum Publikum gefehlt hatte.

Ganze drei Zugaben spielten sie im Anschluss an das knapp zweistündige Konzert und wenn es nach den Zuhörern gegangen wäre, hätten sie ruhig noch weiter spielen können. „Es war so schön, die Töne unter freiem Himmel mit euch teilen zu dürfen“, dankte anschließend Jan Pascal dem Publikum für einen „berauschenden Abend“.

Pascal und Kilian sind sonst eher große Festivals oder riesige Bühnen gewohnt mit tausenden von Zuschauern, aber so ein kleines und intimes Konzert wie im Wertheimer Burggraben sei schon etwas Außergewöhnliches, gestand Alexander Kilian. Der Funke der Musik sprang vom ersten Ton an auf das Publikum über, denn das Konzert begann mit einer Neuinterpretation des U2-Klassikers „With or Without You“.

Ohne ihr Publikum waren die beiden Musiker, die sich 2007 bei einem gemeinsamen Flamenco-Workshop kennenlernten, lange genug gewesen. Nun zeigten sie eine beachtliche Bandbreite ihres musikalischen Könnens. Nicht umsonst sind sie die derzeit angesagtesten Flamenco-Gitarristen in Deutschland. Beide verstehen es in ihren Liedern, die teils traditionell, aber auch viele Eigenkompositionen sind, mit Tönen zu zaubern und vollkommen neue Klänge zu erzeugen. Man fühlte sich wie auf einer spanischen Promenade oder einem orientalischen Basar.

Ungewohnte Tonreihungen mit Musikkompositionen von Johann Sebastian Bach oder Carlos Santana, die ineinander verschmolzen, kamen ebenso zu Gehör, wie ein Medley bekannter Pop- und Rockgrößen wie Michael Jackson oder AC/DC. Dazu gesellte sich „vegetarischer Techno“, der auf der Bühne mit den beiden Gitarren vollkommen überzeugte. Dazu immer wieder traditionelle spanische Flamencostücke, zu denen einige Zuhörer tanzten.

Es war ein rundum gelungener Abend und Christian Schlager freute sich, dass das Konzert der beiden Musiker mit den flinken Händen trotz der Corona-Auflagen stattfinden konnte. Es wäre einer dieser magischen Abende auf der Burg, die man so schnell nicht vergessen werde, sagte Helga Seubert, die extra aus Würzburg zum Konzert gekommen war. Wer die beiden Musiker nochmals erleben möchte, hat dazu am kommenden Sonntag Gelegenheit.

Im Rahmen der Sommerserenade in Kloster Bronnbach treten sie bei einem Wandelkonzert zusammen mit dem Geigenvirtuosen Florian Meierott und dem „Clarino Ensemble“ erneut auf.

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