Wertheim

Am Wertheimer Amtsgericht verhandelt Auseinandersetzung wegen Spritkosten

Prügel mit Krücke bezogen

Archivartikel

Wertheim.In einem Wertheimer Imbisslokal kam es im Juli vergangenen Jahres zum Streit zwischen zwei Männern. Die Auseinandersetzung begann verbal, wurde dann aber handgreiflich.

Wegen Körperverletzung verurteilte jetzt das Amtsgericht Wertheim einen 35 Jahre alten Mann zu einer Strafe von 30 Mal 15 Euro. Dieser hatte, so ein Zeuge, während des Wortgefechts mit den Tätlichkeiten begonnen und mit seiner Krücke „mit voller Wucht“ auf Arm und Rücken des anderen Mannes geschlagen. Der Geschädigte habe vor Schmerz geschrien.

Der Streit begann mit einer Auseinandersetzung um den Benzinkostenanteil für eine bereits erfolgte gemeinsame Autofahrt nach Tauberbischofsheim. Obwohl er nun zehn Euro erhielt, so der 30-jährige Geschädigte, beruhigte sich der Angeklagte nicht. Warum der Angeklagte ihn dann vor dem Lokal mit seiner Krücke schlug, wisse er nicht. Zur Abwehr habe er einen Stuhl hoch gehoben., gab er in der Gerichtsverhandlung zu Protokoll.

Noch in der Nacht meldete der Geschädigte den Vorfall der Polizei. Wegen des Hinweises auf Schmerzen erfolgte zur Abklärung innerer Verletzungen die Einlieferung des Geschädigten mit einem Rettungswagen in die Rotkreuzklinik.

Der Beschuldigte kam vor sechs Jahren nach Deutschland. In seinem Heimatland war er Maurer, ist wegen des Rückenleidens arbeitsunfähig. Seiner Aussage nach begann der Streit, weil der Geschädigte die Mutter seiner Kinder beleidigte. Was die Tätlichkeiten angehe, habe er sich nur verteidigt.

Dem Gericht lagen Fotos von einer anderen Begegnung der Kontrahenten vor, an der auch eine Frau beteiligt war. Die Richterin testete die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und fragte, ob diese Frau ihn geküsst habe. Die Antwort: „Nein“. Die Richterin weiter: „Und was ist das auf den Fotos?“ Im weiteren Verlauf der Verhandlung entschuldigte sich der Angeklagte. Er habe wegen der Anwesenheit seiner Ehefrau im Gerichtssaal die Unwahrheit gesagt.

Die Staatsanwaltschaft ging von gefährlicher Körperverletzung in minder schwerem Fall aus und beantragte eine Geldstrafe von 50 mal 20 Euro. Der Angeklagte schwor „bei allen Heiligen“, dass nicht er mit den Tätlichkeiten angefangen habe. Das Gericht glaubte ihm jedoch nicht, ging aber von massiver verbaler Provokation durch den Geschädigten aus.

Gegen den Geschädigten in dieser Verhandlung ist bei der Staatsanwaltschaft ebenfalls ein Verfahren anhängig. Einige Tage nach der geschilderten Auseinandersetzung soll es vor dem Haus des Angeklagten zu einem aktenkundigen einen Vorfall gekommen sein. goe

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