Wertheim

Amtsgericht Hohe Geldstrafe gegen Familienvater verhängt

„Profi“-Dieb im Village

Archivartikel

Wertheim.Wegen Diebstahls im Wertheim Village verurteilte das Amtsgericht Wertheim einen Familienvater aus Aschaffenburg zur Gesamtstrafe von 150 mal 35 Euro. Der 51-Jährige hatte in fünf Geschäften laut Gericht „in professioneller Art und Weise“ Kleidungsstücke im Verkaufswert von 602 Euro entwendet.

An einem Samstag im Februar 2019 war ein Einzelhandelsunternehmen betroffen. Der Diebstahl wurde durch Überwachungskameras aufgezeichnet, doch als das Fehlen der Waren auffiel, hatte der Angeklagte das Gelände vermutlich bereits verlassen.

Drei Monate später, wieder ein Samstag, entwendete der Beschuldigte in vier Geschäften Kleidung. Zwischendurch ging er mehrmals ohne Taschen in der Hand zu seinem Pkw. Die Polizei entdeckte später in dem Auto die gestohlene Ware und am Körper des Mannes einen Spezialgürtel zum Halten der Gegenstände unter der Oberkleidung. Mit einem richterlichen Durchsuchungsbefehl schaute sich die Aschaffenburger Polizei in der Wohnung des Angeklagten um und fand in seinen Schränken fast ausschließlich hochpreisige Kleidungsstücke. Der Mann behauptete, er habe sie in seinem Heimatland Albanien preisgünstig gekauft.

Diese Kleidung war zwar nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, doch die Richterin bezweifelte die Herkunftsangabe. Zu den Diebstählen im Village fragte sie den Beschuldigten: „Halten Sie es für wichtig, Kleidung so teurer Marken zu tragen?“ Der Beschuldigte verneinte. „Warum haben Sie sie dann geklaut?“ Er wollte sie verschenken, lautete seine Antwort.

Der Angeklagte lebt seit 2010 in Deutschland, ist Berufskraftfahrer, und auch seine Frau hat einen Arbeitsplatz.

Zur Verhandlung waren keine Zeugen geladen, da der Verteidiger ein Geständnis des Mandanten angekündigt hatte. Es gibt bisher keine Eintragungen im Strafregister. goe

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