Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt 300 Euro Strafe für Angeklagten

Polizisten fälschlich beschuldigt

Wertheim.Wegen falscher Verdächtigung verurteilte das Amtsgericht Wertheim einen 22-Jährigen zur Strafe von 25 Mal zehn Euro. Der Angeklagte aus der Main-Tauber-Stadt hatte behauptet, ein Polizist habe ihn mit dem Ausdruck „Scheiß Ausländer“ beleidigt.

Wegen Ruhestörung gerufen

Im Dezember vergangen Jahres wurde die Polizei wegen nächtlicher Ruhestörung nach Bestenheid zu einer Wohnung in der Spessartstraße gerufen. Dort feierten etwa 30 Personen. Die zwei Beamten mahnten unter größtem Protest der Feiernden, auf die Nachbarn Rücksicht zu nehmen. Widerstandshandlungen unterblieben aber. Auch mussten die Beamten kein zweites Mal kommen und für Ruhe sorgen. Der Wohnungsinhaber entging so einer Anzeige wegen Ordnungswidrigkeit.

Kurz nach 23 Uhr rief jedoch der Angeklagte bei der Polizei an, wurde mit der Funkeinsatzzentrale (FEZ) in Künzelsau verbunden und machte gegen einen der Beamten Anzeige wegen Beleidigung. Wird ein Polizeibeamter einer Straftat bezichtigt, ermittelt eine auswärtige Polizeidienststelle. Sie gelangte schließlich zum Ergebnis, dass der telefonische Vorwurf der Grundlage entbehrt.

Angeklagter entschuldigte sich

Nun kam es gegen den Angeklagten zum Strafbefehl wegen falscher Verdächtigung. Er legte Einspruch ein, war jetzt in der Verhandlung aber geständig und entschuldigte sich. Er ist bisher zwei Mal strafrechtlich in Erscheinung getreten: wegen Körperverletzung und wegen Betrugs zulasten des Jobcenters.

Der betroffene Polizeibeamte war als Zeuge geladen und sagte aus, dass er in der Tatnacht gar nicht mit dem Angeklagten gesprochen hätte. Er vermutete, dass der Anruf unter Alkoholeinfluss erfolgte.

Dem Vorwurf nachzugehen, habe einen immensen Zeitaufwand nach sich gezogen und hätte einen hohen finanziellen Verlust bei Gehalt und Pension bedeuten können. Bis zur Klärung seien Beförderungen zurückgestellt, und bei jungen Beamten wirke sich das deutlich aus.

Die Folge für den Beschuldigten wäre eine Klage auf Schadenersatz gewesen. goe

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