Wertheim

Altstadt Eigentümergemeinschaft erhielt vor zwei Jahren 100 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Plakette für das Haus der Alten Münz

Die Eigentümergemeinschaft „Alte Münz“ erhält eine Bronzeplakette Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD).

Wertheim. Vor zwei Jahren hatten die Leute um Harald Brode 100 000 Euro Zuschuss von der DSD erhalten. Finanziert wurde die Summe von Lotterie Glücksspirale.

Die Sandsteinbereiche an der Schauseite des Hauses Alte Münz in Wertheim waren zu restaurieren, die Renaissancemalereien und -fassungen im sogenannten Discoraum zu sichern, die florale Ausmalung im Fensterbereich des zukünftigen Museumsraums im zweiten Obergeschoss instandzusetzen und restauratorische Arbeiten an ausgewählten Bereichen im Innern auszuführen. Dafür stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 100 000 Euro bereit.

Vorbildliches Projekt

Nun erhielt Harald Brode für die Eigentümergemeinschaft Alte Münz eine Bronzeplakette mit dem Hinweis: „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der Glücksspirale“.

Durch die Plakette soll laut Pressemitteilung der DSD das Engagement der privaten Förderer und der Stiftung auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten sichtbar bleiben und zu weiterer Unterstützung motivieren.

Die Alte Münz im Zentrum der Altstadt ist eines der über 360 Objekte, die die DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie allein in Baden-Württemberg fördern konnte.

Der Gebäudekomplex Alte Münz besteht im Wesentlichen aus zwei Gebäuden. Das erste, ein Steinhaus, wurde um 1260 errichtet, 300 Jahre später umgebaut und aufgestockt. Das zweite, östlich angebaute Fachwerkhaus, entstand um 1589. Das verputzte Steinhaus besteht aus drei Geschossen und schließt mit einem hohen Staffelgiebel und hohen Satteldach ab. Den dreigeschossigen Fachwerkbau mit seinem hohen massiven Erdgeschoss deckt ein Krüppelwalmdach.

Die gut erhaltene Baugruppe aus Gotik und Renaissance besitzt wegen ihrer hochwertigen architektonischen Gestaltung und wegen ihres Alters – es handelt sich vermutlich um das älteste Gebäude der Wertheimer Altstadt – überregionale Bedeutung. Den Namen erhielt es, weil der Gebäudekomplex vom 17. bis zum 19. Jahrhundert im gräflichen Besitz als Münzprägestelle genutzt wurde.

Mangelhafte Instandhaltung führte zu Feuchtigkeitsschäden im Dach, in den Mauern und im Innern sowie zu Setzungsschäden. Der neue Eigentümer ließ eine umfangreiche bauhistorische Untersuchung durchführen, bevor die Arbeiten begannen. Der bereits mehrfach mit dem Denkmalschutzpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnete Denkmalliebhaber Brode rettete und renovierte die Häuser vorwiegend in Eigenarbeit. Mit den beabsichtigten Maßnahmen konnte somit auch ein entscheidender Schritt zur Substanzerhaltung des vernachlässigten Kleinods in Wertheim erzielt werden, heißt es in der DSD-Pressemitteilung.

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