Wertheim

Amtsgericht Betrügerin zu sieben Monaten Haft verurteilt

Ohne Geld eingekauft

Archivartikel

Wertheim.Eine Mehrfachbetrügerin kaufte in einem Wertheimer Elektrogeschäft eine Kühlgefrierkombination sowie einen Herd zum Preis von 1089 Euro. Dabei verheimlichte sie ihre Zahlungsunfähigkeit. Der Fall wurde nun am Amtsgericht in Wertheim verhandelt.

Im August 2018 erschien die 50-jährige Frau aus der Main-Tauber-Stadt im Elektrogeschäft, sagte, sie sei nach Wertheim gezogen, ihr Kühlschrank kaputt, und sie richte sich neu ein. Eine Woche später wurden die Geräte geliefert.

In der Verhandlung bestritt die Frau eine Betrugsabsicht. Sie habe im Vertrauen auf das Versprechen ihres damals getrennt lebenden Ehemannes, rückständigen Unterhalt zu überweisen, eingekauft. Der Staatsanwalt hakte nach, und die Beschuldigte räumte ein, der Mann wäre krank und auf seine Zahlungsversprechen sei kein Verlass.

Einträge im Strafregister

Der für Wertheim zuständige Gerichtsvollzieher übernahm im Juli 2018 die Akte der Frau vom Kollegen in Buchen. Bis jetzt habe er mehrere Vollstreckungs- und Pfändungsaufträge bearbeitet, nur einen Auftrag habe die Beschuldigte durch Zahlung erledigt. Die Frau hat, beginnend im Jahr 2005, zehn Einträge im Strafregister, fast ausschließlich wegen Betrugs. Auf Geldstrafen folgten Freiheitsstrafen mit und ohne Bewährung. Strafreste wurden zur Bewährung ausgesetzt und zum Zeitpunkt des Betrugs in Wertheim bestanden vier offene Bewährungen.

Gesamtstrafe von sieben Monaten

Die Angeklagte lebt jetzt mit einem Lebensgefährten zusammen. Bei der Verlesung ihres Strafregisters gefasst, brach sie nach den Plädoyers – Staatsanwalt sieben Monate, Pflichtverteidiger Freispruch wegen Wortbruchs des Ehemanns – in ihrem letzten Wort in Tränen aus. Sie habe nun ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und könne nächste Woche 500 Euro zahlen.

Zu spät, so die Richterin. Das Amtsgericht Wertheim verurteilte die 50-jährige Frau zur Gesamtstrafe von sieben Monaten Haft. Einbezogen ist eine Strafe von 120 Mal 30 Euro des Amtsgerichts Hanau aus 2019. Die Beschuldigte hatte sich in einem Frisiersalon die Haare richten lassen und hinterher offenbart, sie könne die 59 Euro nicht zahlen. goe

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