Wertheim

Leserbrief Zur Wahl des Wertheimer Oberbürgermeisters am 3. Februar

„Oberbürgermeister-Wahl ist auch ein Aufruf an die Jugend“

Am 3. Februar ist es wieder soweit und die Bürgerinnen und Bürger Wertheims werden in die Wahllokale gebeten, um darüber abzustimmen, wer der neue Oberbürgermeister wird.

Zur Wahl stehen drei Kandidaten, die sich auch am Freitag, 25. Januar, in der Main-Tauber Halle in Wertheim vorgestellt haben.

An diesem Abend wurde vor allem eines deutlich: Die Wahl um das höchste Amt auf kommunaler Ebene wird sich zwischen Herrn Stein und Herrn Herrera Torrez entscheiden.

Der dritte Kandidat, Herr Wolf, hat seine durchaus vorhandene Chance durch mangelnde Vorbereitung zunichte gemacht und wurde von der Souveränität und inhaltlichen Argumentationsweise der beiden anderen Kandidaten förmlich überrollt.

Doch spannend ist im Hinblick auf den Wahlkampf vor allem folgende Frage: Wie schafft man es, alle bürgerlichen (Alters-)Gruppen in das Wahlprogramm mit einzubeziehen – sofern eines existiert?

Jugend oder Alter?

Konzentriert man sich auf die Jugend, die ja ab 16 Jahren stimmberechtigt ist, oder fokussiert man sich besser auf ältere Generationen, weil hier der größte Anteil der Wählerschaft liegt? Gemeistert wurde diese Herausforderung in meinen Augen von beiden Kandidaten.

Auffällig und zugleich angenehm war die spürbare Nähe und der Kontakt, den Herr Herrera Torrez zu uns Jugendlichen suchte und immer noch sucht.

Mir als Erstwähler gibt das zum ersten Mal ein Gefühl von Einbindung in die Politik.

Und seien wir mal ehrlich. Die Kommunalpolitik ist in unserem Alter die einzige Möglichkeit, den Kontakt zur Politik flächendeckend herzustellen und selbst auch eigene Ideen einzubringen.

Ich rufe auch deshalb die Jugendlichen in Wertheim dazu auf, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen und wählen zu gehen.

Dazu müssen Jugendliche aber eben auch in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden, wie beispielsweise durch einen Jugendrat.

Interesse an Politik

Auch wenn vor einigen Jahren gegen einen solchen Rat gestimmt wurde, ändern sich Jugendliche und es kommen jedes Jahr neue engagierte Menschen in das Erstwähleralter, die Interesse an Politik haben. Erste Schritte in diese Richtung unternehmen die Kandidaten, wobei es bei dem ein oder anderen auch ein wenig oberflächlich erscheint.

So soll an diesem Mittwoch ein Treffen zwischen Herrn Stein und der Jugend Wertheims stattfinden, nachdem am Freitag seine Bindung zur Jugend kritisiert wurde.

Auch das bietet – wenn auch sehr verspätet – die Möglichkeit, einen Blick in das Dickicht der Kommunalpolitik zu werfen.

Auf Augenhöhe

Anders angegangen ist dieses Thema Herr Herrera Torrez, der von Anfang an die Jugend in den Ideenaustausch mit einbezogen und so eine Verbindung auf Augenhöhe geschaffen hat.

Meiner Meinung nach ist dies auch die Grundlage einer gerechten, bürger- und werteorientierten Kommunalpolitik: eine gemeinsame Augenhöhe und eine Bürgernähe, die trotzdem die nötige professionelle Distanz erlaubt.

Der Erstwähleranteil dieser Wahl beträgt zwölf Prozent. Diese Zahl, zu der wir Jugendlichen gezählt werden, zeigt, dass unsere Stimme entscheidend sein kann.

Deshalb und in Hoffnung auf eine spannende Wahl bitte ich die Jugend in Wertheim darum, nichts dem Zufall zu überlassen und am Sonntag, 3. Februar, ein Kreuz auf dem Wahlzettel zu setzen.

Womöglich wiederholt sich ja die Geschichte von vor 38 Jahren, als ein ähnlich junger Kandidat das Rennen um jenes umworbene Amt machte. Ich selbst blicke mit Vorfreude aber auch Anspannung auf die anstehende Wahl und wünsche den Kandidaten weiterhin viel Erfolg!

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