Wertheim

Kino Insgesamt 3048 Cineasten gezählt / „Bohemian Rhapsody“ zuschauerstärkster Streifen / Open-Air-Veranstaltung steuert auf schwarze Null zu

Neuer Besucherrekord bei Burgfilmfest

Archivartikel

Es war das fünfte Burgfilmfest in Wertheim, das mit „Monsieur Claude 2“ am Dienstagabend seinen Abschluss fand. Und wieder nahmen die Zuschauerzahlen deutlich zu.

Wertheim. Christian Schlager hat allen Grund, zufrieden zu sein. Der Burg- und Innenstadtmanager hält gerade die offiziellen Zahlen für das fünfte Burgfilmfest in Händen. Die Open-Air-Veranstaltung ging am Dienstagabend mit „Monsieur Claude 2“ zu Ende. Mit 268 Kinogängern landete die Fortsetzung um die französische Familie Verneuil immerhin noch auf dem sechsten Platz in der diesjährigen Rangfolge.

Der Spitzenreiter

Spitzenreiter schlechthin war, ohne Überraschung, „Bohemian Rhapsody“, der schon Tage vorher ausverkauft war. Der Film um Freddie Mercury und Queen zog trotz des Regens 549 Kinogänger auf die Burg.

„Wir spielen den Film, und wenn nur 80 Leute kommen“, hatte Schlager über seinen Liebling „Pulp Fiction“ gesagt. Am Ende hat Schlager mit seiner nebenbei gemachten Aussage fast eine Punktlandung hingelegt. Lediglich 82 Tarantino-Fans verfolgten den Streifen mit Samuel L. Jackson, John Travolta und Bruce Willis. „Eigentlich schade, denn ich hätte mich über ein paar mehr Zuschauer gefreut“, sagt Schlager.

Mit diesem Ergebnis steht für ihn auch fest, dass er sich um den neuen Tarantino-Streifen „Once upon a Time in Hollywood“ für das kommende Burgfilmfest nicht gerade reißen wird.

Anders sieht die Situation bei den Real-Verfilmungen der Trickfilme aus. So war Walt Disneys „Aladdin“ mit 326 Besuchern zum Erstaunen aller der zweitstärkste Film. „Dieses Ergebnis hat mich selbst überrascht. Auch, weil er an einem Montagabend lief“, sagt Schlager und fügt an, dass ein Film dieser Art sicher im nächsten Jahr das Programm bereichern wird. Auch wenn „Fisherman’s Friends – vom Kutter in die Charts“ mit 124 Zuschauern nicht zwingend der „Reißer“ war, hier habe laut Schlager Film und Publikum „perfekt zusammengepaßt“. So sind die Besucher sitzen geblieben und haben die im Abspann gezeigten Bilder des original Shanty-Chors verfolgt und am Ende sogar Applaus gespendet.

Dass ansonsten bei den vielen Musikfilmen dieses Jahr das Publikum nicht laut mitsang oder gar klatschte, hat Schlager dagegen nicht verwundert.

Marke geknackt

Am meisten freut sich der Burgmanager jedoch darüber, dass die 3000-er Marke zum ersten Mal geknackt wurde – und das trotz diverser Wetterkapriolen und festgesetzter Bestuhlung. Unter dem Strich verzeichnet das diesjährige Burgfilmfest 3048 Besucher. Das sind fast 200 mehr als im vergangenen Jahr (2834) und mehr als das Doppelte im Vergleich zum ersten Burgfilmfest im Jahr 2015. Damals zählte der Veranstalter 1512 Kinogänger.

Die Ursache des Erfolgs sieht Schlager in der zunehmenden Mund-zu-Mund-Propaganda und Werbeblöcken, die beispielsweise während des Burg-Raves liefen.

Inzwischen kommen nicht nur immer mehr Wertheimer hoch auf die Burg zum Kinogucken, sondern auch Gäste aus Würzburg, Miltenberg und Aschaffenburg.

Entfernung zum Spielort, Art des Films und das Alter der Kinogänger beeinflussen dann auch den Ort des Kartenkaufs. So gingen für den Queen-Film die Hälfte der Karten im Buchhandel über den Ladentisch.

Wird das Publikum jünger, verschiebt sich das Kaufverhalten Richtung Internet. Für „Fisherman’s -Friend“ dagegen wurden lediglich elf Karten online verkauft.

Und weil der Erfolg einer Open-Air-Veranstaltung immer auch vom Wetter abhängig ist, ist Schlager mit dem diesjährigen Vorverkauf durchaus zufrieden. Immerhin wurden 1970 Karten bereits vorab gekauft. Das entspricht eine Quote von rund 65 Prozent.

Qualität und Vielfalt

„Wir haben nicht nur auf die Filmhits geschaut. Für mich hatte die Qualität und die Vielfalt Vorrang – und die Zahlen stimmen trotzdem. Das heißt, wir sind inzwischen fast auf Null, was das Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen betrifft“, resümiert Christian Schlager zufrieden. Dass das Burgfilmfest längst ein Gewinn für die Stadt ist, daran zweifelt in Wertheim sowieso niemand mehr.

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