Wertheim

Konfliktlösung Ausgebildete Schüler sollen bei Konflikten deeskalierend eingreifen / Gemeinsame Schulung, aber getrennte Einführung wegen der Pandemie

Neue Streitschlichter haben ihre Urkunden erhalten

Wertheim.Es war ein Novum, dass die Streitschlichter und Schulwegbegleiter der Comenius Realschule und der Werkrealschule Urphar- Lindelbach gemeinsam ausgebildet werden konnten. Eigentlich sollte auch die Einsetzungsfeier gemeinsam stattfinden. Dies wurde durch Corona verhindert. Nun bekamen die noch vor dem Lockdown ausgebildeten Schüler in zwei getrennten Feiern ihre Urkunden und sind ab jetzt an beiden Schulen im Einsatz, wie die Verantwortlichen mitteilen.

„Ihr seid Friedensbotschafter und damit Vorbilder für Gleichaltrige“, lobte Katrin Amrhein, Schulleiterin der Comenius-Realschule, bei der Einsetzungsfeier die Neuntklässler, die diese Aufgabe übernommen haben. „Ihr könnt stolz auf euch sein, dass ihr Zeit in diese Ausbildung investiert habt, denn das hilft euch nicht nur dabei, euren Mitschülern bei Streitigkeiten in der Schule zu helfen, sondern ihr nehmt ganz sicher etwas mit für euer Leben“, unterstrich Realschullehrerin Verena Mimidis, die an der CRW das Projekt Konfliktkultur von ihrer Vorgängerin Elke Siegloch übernommen hat. Sie hatte die Feier für die zwölf Streitschlichter gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Susanne Deivel organisiert, die als Bezugs- und Ansprechpartnerin für die Schlichter fungiert. Anwesend war auch Jutta Barner-Grüber, die für den Verkehrsverbund Rhein-Neckar die mit der Schlichterschulung kombinierte Ausbildung zum Schulwegbegleiter im März durchführte.

Sie appellierte an die Schüler: „Tut es, guckt hin, hört nicht weg, schaut hin. So schütze ich einen Menschen vor jemand anderem.“ Alle Verantwortlichen bedankten sich bei den Schülern für ihren wichtigen Einsatz und lobten deren großes Engagement.

Sie seien Naturtalente in Freundlichkeit mit Herz und Empathie, so Barner-Grüber. Und Deivel fügte hinzu: „Das war eine super Gruppe.“ Darin schließen die beiden Damen auch die vier Schüler aus der Werkrealschule Urphar-Lindelbach ein.

„Ich habe gelernt, jüngeren Schülern im Streit zu helfen. Es hat mir gut gefallen. Am besten waren die Streitschlichter-Rollenspiele“, freute sich Teilnehmer Zien Jrekous aus der Werkrealschule. Auch diese Schüler erhielten von Lehrerin Birgit Zorn, Präventionsbeauftragte an der Schule, und Schulsozialarbeiterin Elena Wenzel sowie Barner-Grüber in einer kleinen Einsetzungsfeier ihre Urkunden. Die Schule freue sich, dass es nun die Möglichkeit gebe, dass Schüler einen Streit unter professioneller Anleitung von Mitschülern klären könnten, so Wenzel. Ebenso, dass Schulwegbegleiter an der Bushaltestelle Konflikte lösen und neuen Schülern Orientierung geben könnten.

Da die Schüler nicht wie üblich sofort nach der Ausbildung – eine Woche vor dem Lockdown – ihre Tätigkeit an der Schule starten konnten, werden sie nun die nächsten eineinhalb Jahre im Einsatz sein. Das heißt, die diesjährige Ausbildung im Frühjahr 2021 wird entfallen. Die neuen Streitschlichter sind an der CRW: Marcel Ermisch, Lea-Sophie Schump, Laura Gennaro Figueiredo, Fiona Brunner, Sedra Zaher, Emelie Faber, Natascha Fuchs, Emily Lovett, Samuel Tröger, Emil Marterer, Meryem Ucar und Timo Niederhoff. An der Werkrealschule Urphar-Lindelbach sind es: Chiara Schomber, Zien Jrekous, Sophia Grabowski und Nick Klassen.

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