Wertheim

Jahreshauptversammlung Internationale Partnerschaftsvereinigung Wertheim zog Bilanz / Jubiläum in Szentendre Höhepunkt

Neue Beziehungen in Partnerstädten geknüpft

Wertheim.Die Partnerschaften funktionieren, bestehende persönliche Freundschaften zwischen Personen in den Partnerstädten werden gefestigt, neue Beziehungen geknüpft. Die Mitglieder der Internationalen Partnerschaftsvereinigung Wertheim setzen sich engagiert für den Erhalt und die Stärkung der Partnerschaften ein. Das ist ein Fazit, das nach der in der vergangenen Woche stattgefundenen Jahreshauptversammlung gezogen werden kann.

Zu Beginn der gut besuchten Versammlung erinnerte die Vorsitzende Lucy Weber in einer Gedenkminute an die im vergangenen Jahr verstorbenen Hans Hermann und seine Frau Hedwig. Hans Hermann war für alle, denen die Partnerschaften mit Salon-de-Provence, Huntingdon & Godmanchester, Szentendre, Csobánka und Gubbio wichtig war, ein Vorbild im Einsatz für ein Europa in Frieden.

In ihrem Tätigkeitsbericht, den die Vorsitzende gemeinsam mit dem Schriftführer Klaus von Lindern in einer rückblickenden Präsentation vorstellte, ließ Lucy Weber die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren. Dazu gehörten die schon zur Tradition gewordenen Veranstaltungen wie die Führung von Jörg Paczkowski im „Schlösschen im Hofgarten“ durch die Ausstellung „Verfemt und vergessen, Maler des expressiven Realismus“, ein Besuch im Atelier Schwab, wo der Galerist Entwürfe zu der Gedenkstätte anlässlich der Ereignisse zum Kriegsende in Wertheim vorstellte und ein Vortragsabend mit Fredo Endres unter dem Thema „Vive la France! Wohin führt Präsident Macron die Grande Nation?“

Delegation in Ungarn

Besuche in den Nachbargemeinden Freudenberg und Miltenberg mit Kontaktaufnahme zu den dortigen Partnerschaftsvereinen und eine von Brigitte Dosch organisierte Führung durch Nassig mit Berichten zu den Ereignissen am Ende des Zweiten Weltkrieges gehörten ebenfalls zum Angebot der IPW.

Ein besonderer Höhepunkt war das 30-Jahre-Jubiläum mit Szentendre im August, zu dem neben dem Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez und dem früheren Stadtoberhaupt Stefan Gläser, der die Partnerschaftsurkunde 1989 mit unterzeichnete, auch Vertreter der IPW eingeladen waren.

Eindrucksvoll war die Präsentation einer Schülergruppe des Beruflichen Schulzentrums Wertheim im Rahmen des internationalen Jugendkulturfestivals der Partnerstädte in Gubbio. Elvira Väth (IPW) begleitete die Jugendlichen, die in entsprechenden Trachten die Rolle der Frauen im Mittelalter darstellten.

Birgit Väth als Stellvertreterin des Oberbürgermeisters und Celia Fernandez Selles sowie Lucy Weber und weitere Mitglieder der IPW unterstrichen mit ihrer Teilnahme die Bedeutung dieser Veranstaltungsreihe.

Betreuung von Gästen aus den Partnerstädten, Unterbringung nach Möglichkeit in Familien, Pflege und Aufbau von persönlichen Beziehungen sind Schwerpunkte in der Arbeit des Vereins. Partnerschaftsarbeit funktioniert aber nur in der Zusammenarbeit mit Vereinen und Institutionen. Ein Beispiel dafür war die Begleitung des Fanfarenzugs „Fränkische Herolde Höhefeld“ im August bei einer Fahrt nach Huntingdon & Godmanchester. Die etwa 40 Herolde, die alle von Gastfamilien betreut wurden, vertraten die Farben Wertheims eindrucksvoll.

Berichte über die Arbeit im Partnerschaftskomitee und das jährliche Arbeitstreffen der Partnerstädte, das Ende Februar 2020 in Wertheim stattfand und bei dem Ziele der Partnerschaftsarbeit definiert wurden, rundeten den Jahresrückblick ab.

Dass viele Veranstaltungen nur in Zusammenarbeit mit der Stadt und deren Unterstützung möglich waren, hob Lucy Weber hervor und lobte dafür Celia Fernandez-Selles. Als wichtigstes Ergebnis des Arbeitstreffens der Partnerstädte hob Celia Fernandez-Selles die Einigkeit aller Vertreter hervor, durch unterschiedliche Aktivitäten die Bindungen untereinander zu stärken und zu erweitern.

Nach dem Bericht des Kassenführers Harald Herbach, dem Bericht der Kassenprüfer Christine Dresel und Rolf Lambertz und der von Jörg Paczkowski beantragten und einstimmig erfolgten Entlastung des Rechners und des gesamten Vorstandes war die Vorausschau auf geplante Ereignisse in diesem Jahr ein wichtiger Tagesordnungspunkt.

Treffen beibehalten

Die regelmäßigen Treffen am jeweils zweiten Dienstag eines Monats sollen nach Möglichkeit beibehalten werden. Allerdings werden auf Grund der aktuellen Situation diese Begegnungen in naher Zukunft vorerst ausfallen.

Unmittelbar nach der Jahreshauptversammlung erhielten Stadt und IPW auch die Nachricht aus Huntingdon, dass der geplante Besuch der Ukulele-Band im Mai nicht möglich sein wird.

Besuch und Konzert werden auf nächstes Jahr verschoben. Auch die Realisierung des für 19. Mai vorgesehenen Vortrages von Dr. Georg Weinmann „Wohin steuert Europa?“ hängt von der weiteren Entwicklung ab.

Die Mitglieder werden kurzfristig informiert, wann der Besuch der Nachbarstadt Freudenberg und eine Führung in Würzburg möglich sind. Die IPW ist sich ihrer Verantwortung für die Mitglieder und die Gesellschaft bewusst. Celia Fernandez-Selles informierte, dass in diesem Jahr im Oktober Wertheim Ausrichter des Internationalen Jugendsportfestivals sei.

Im Jahr 2021 soll in Wertheim das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft mit Huntingdon & Godmanchester gefeiert werden. Vorgesehener Termin ist das Altstadtfest. Für 2022 sind die Partnerstädte zur Teilnahme am Osterfest eingeladen. In diesem Zusammenhang übermittelte Celia Fernandez-Selles die Grüße des Oberbürgermeisters Markus Herrera Torrez und seinen Dank an die IPW, die mit ihren Mitgliedern und deren persönlichen Verbindungen die Idee der Partnerschaft umsetzten.

An die ursprüngliche Idee der Partnerschaften, die nach dem Elysee-Vertrag (Freundschaftsvertrag) aus dem Jahr 1962 entstanden erinnerte Klaus von Lindern. Projekte wie „Erinnerung, Versöhnung, Wachsamkeit: Die Vergangenheit lesen, um die Gegenwart zu leben“, die von Gubbio initiiert worden seien, müssten mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden, bestätigte auch Eva Walter-Paczkowski.

Wie durch Öffentlichkeitsarbeit die Bürger der Partnerstädte mehr über die Ziele und die Aktivitäten der Partnerschaftsvereine und insbesondere der IPW erfahren und einbezogen werden könnten, nahm in einem außerordentliches Tagesordnungspunkt großen Raum ein. Anerkennung und Dank fand man für die Unterstützung durch die Tageszeitungen in Wertheim.

Präsentation in sozialen Medien

Ein als Experte für soziale Medien geladener Gast stellte nicht nur die Chancen vor, die ein Facebook-Account erzielen könnte. Er bot auch an, zusammen mit IPW-Vertretern eine Facebookseite einzurichten.

Etwas aufwendiger und kostenintensiver wäre eine eigene Website. Die große Mehrheit der Mitglieder stimmte zu, über soziale Medien stärker in die Öffentlichkeit zu gehen.

Für 35 Jahre Mitgliedschaft ehrte Lucy Weber Evi Müller-Petzold in Abwesenheit.

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