Wertheim

Handball Main-Tauber verliert überraschend bei der abstiegsgefährdeten SG Randersacker / Trainer glaubt weiter an zweiten Platz

Nahezu jeder HSV-Akteur spielte unter seinen Möglichkeiten

Randersacker– Main-Tauber 21:18

HSV: Benedikt Schack (Tor); Maximilian Schack (Tor); Enzfelder 4/2; Eichelbrönner 3; Witt 3; Merola 3/1; Akbulut 2; Michel 2; Roesler-Schlueter 1; Lejic; Krahne; Christian Diehm.

Schiedsrichter: Ali Moghadam (Tuspo Nürnberg); Ronny Kaldung (TSV Stein). – Zuschauer: 50.

Einen mehr als gebrauchten Tag erwischte der HSV Main-Tauber am Samstag in Randersacker. Bei der akut abstiegsgefährdeten SGR war der HSV vor allem offensiv nur ein Schatten seiner selbst.

Die Wertheimer gingen schnell mit 2:0 in Führung. In Folge entwickelte sich eine Abwehrschlacht, beide Teams blieben knapp neun Minuten torlos. Es dauerte bis zur 16. Minute, ehe es den Randersackerern erstmals gelang, den bis dahin stark aufgelegten Benedikt Schack im Kasten zu überwinden. Wieder brauchten die Gäste lange für ihren nächsten Treffer; in dieser Zeit glich die SGR aus. Gegen Ende des ersten Durchgangs bekam der HSV jedoch wieder etwas Oberwasser und ging mit einer 9:6-Führung in die Kabine. Es war das Ergebnis einer guten Defensiv- und einer katastrophalen Offensivleistung.

Nicht einmal fünf Minuten waren nach Wiederanpfiff gespielt, bis Randersacker ausgeglichen hatte – einmal mehr begünstigt durch das desaströse Überzahlspiel der Wertheimer. Über die gesamte Partie gelang den Wertheimern in fast sechs Minuten Überzahl nur ein Treffer. Dennoch baute man in der 47. Minute beim 16:13 die Führung wieder auf drei Tore aus. Doch nachdem man sich im Angriff über sieben Minuten lang die Zähne an der offensiven SG-Abwehr ausbiss, was auch an den eigenen Unzulänglichkeiten lag, drehten die Gastgeber das Spiel.

Die Nerven haben versagt

Sechs Minuten vor Schluss geriet man das erste Mal in Rückstand, glicht aber noch einmal zum 18:18 aus. In der „Crunch-Time“ versagten dem HSV jedoch endgültig die Nerven. Fehlwürfe, Stellungsfehler und auch fehlende Kampfbereitschaft kostete den Wertheimern den Sieg. Letztlich setzte sich der Außenseiter mit 21:18 durch, was angesichts der katastrophalen Vorstellung des noch amtierenden Meisters keineswegs unverdient war.

Zwar fehlten den Wertheimern mit Kevin Kunzmann, Sebastian Hingerl und Tim Roesler-Schlueter wichtige Leistungsträger, die im Hinspiel zusammen auf 25 Tore kamen. Dies kann jedoch nicht als Entschuldigung dienen, dass nahezu jeder beim HSV weit unter seinen Möglichkeiten spielte. Die einzig gute Nachricht ist, dass das Rennen um Platz zwei weiterhin offen ist. Realistisch gesehen, darf man sich jetzt jedoch keinen weiteren Ausrutscher mehr erlauben.

HSV-Trainer Kevin Roesler-Schlueter fällt es schwer, die Niederlage zu erklären: „Wir haben heute nicht ansatzweise unser Potenzial abgerufen. Dass wir uns von einer offensiven Abwehr so einschränken lassen, darf nicht passieren. Zwar haben uns heute ausgerechnet die Spieler gefehlt, die offensiv mehr in die Tiefe gehen. Ich glaube immer noch daran, dass wir am Ende auf Platz zwei stehen werden.“ mi

Zum Thema