Wertheim

Beim Amtsgericht verhandelt Rentner verlässt Unfallstelle / Strafbefehl verhängt

Nach Meinung des Fahrers war doch nichts passiert

Archivartikel

Wertheim.Ein Rentner bog mit seinem Pkw von der Hofgartenstraße nach links in die übergeordnete Landesstraße 2310 in Richtung Innenstadt ein. Eine Autofahrerin und ihre Tochter, die mit ihrem Wagen auf der L 2310 von rechts (Eichel) kamen, mussten nach rechts auf den Geh- und Radweg ausweichen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Sie erlitten dabei Verletzungen. Der Rentner fuhr weiter, wurde aber an der nächsten Ampel an der Alten Mainbrücke zur Rede gestellt.

Wegen unerlaubtem sich Entfernens vom Unfallort und fahrlässiger Körperverletzung in zwei Fällen erhielt der Senior aus einer Wertheimer Ortschaft einen Strafbefehl. Dagegen legte er Einspruch ein, erschien jetzt aber nicht zur Verhandlung beim Amtsgericht Wertheim.

Die Richterin verwarf durch Urteil den Einspruch. Doch über die Höhe der Strafe und ein eventuelles Fahrverbot wurde nichts bekannt.

Der Fall ereignete sich im April. Nach dem Ausweichen nach rechts blieb die Geschädigte zunächst mit ihrem Wagen stehen und dachte, der andere tue das auch. Später an der Ampel trat sie an seinen Wagen und öffnete die Tür. Auf den Vorfall angesprochen, soll der Rentner geantwortet haben, es sei doch nichts passiert. Wenn man nicht mit Gewalt rausfahre, bleibe man dort hängen.

Das war der Geschädigten zu viel. Sie verlangte die Anschrift des Mannes, die sie auch erhielt. Dann rief sie die Polizei an, fuhr aufs Revier und erstattete Anzeige. Die Frau leidet nach eigenen Angaben wegen des Unfalls noch an Rückenschmerzen. Die Tochter erlitt ein Halswirbel-Schleudertrauma.

Kurz vor der Strafverhandlung rief die Kanzlei des Verteidigers bei Gericht an, um mitzuteilen, dass der Angeklagte aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen könne. Ein Attest liege noch nicht vor, der Arzt sei noch nicht bei dem Mann gewesen.

Zur Verhandlung erschien der Verteidiger. Der Richterin fehlte das Einverständnis des Angeklagten, dass man ohne ihn verhandeln könne. So einigten sich die Prozessbeteiligten auf folgende Lösung:

Der Einspruch gegen den Strafbefehl wird wegen nicht ausreichender Entschuldigung verworfen. Liegt ein Attest vor, kann Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragt werden. Bei dauerhafter Krankheit besteht die Möglichkeit, dass sich der Rentner vom persönlichen Erscheinen bei der Verhandlung entbinden lässt und erlaubt, seine gegenüber der Polizei gemachten Aussagen in der Verhandlung zu verlesen. goe