Wertheim

Geburtstag Frühere Vorsitzende und Gründungsmitglied der KFD, Hedwig Spielvogel, wird heute 90 Jahre alt

Mit viel Liebe und Herzblut angepackt

Archivartikel

Mondfeld.Hedwig Spielvogel ist ein echtes Mondfelder Urgestein und war vielfältig in ihrem Dorf engagiert. An diesem Dienstag feiert die fitte Jubilarin ihren 90. Geburtstag. Um ihr Engagement möchte sie kein großes Aufheben machen, doch prägte sie Vieles im Dorf mit.

Geboren wurde sie am 11. Februar 1930 als Kind von Lehrer Ernst Klingert und dessen Frau Luise in Mondfeld. Sie wuchs als jüngstes Kind der Familie mit drei Schwestern und einem Bruder auf.

Ursprünglich lebte de Familie im „Försterhaus“ neben der Kirche. Als die Jubilarin drei Jahre alt war, zog sie in das damals neu gebaute Haus in der Nibelungenstraße. Dort wohnt die Jubilarin noch heute.

1936 wurde sie in die Volksschule Mondfeld eingeschult. „Die war damals im heutigen Vereinsheim.“ Ihr Lehrer Richard Trabold habe die Kinder der ersten bis vierten Klasse sowie der fünften bis achten Klasse gemeinsam in einem Raum unterrichtet. „Wir waren ungefähr 35 Kinder in den vier Jahrgängen.“

Nach Abschluss der Volksschule besuchte sie ab 1944 ein Jahr lang die „Fortbildungsschule für Hauswirtschaft“ in Boxtal. Als Kind habe sie im Dorf von den Wirren des Zweiten Weltkriegs nicht viel wahrgenommen. Die Familie konnte sich durch den eigenen Garten und eine kleine Landwirtschaft mit Schweinen, Hühnern und Gänsen gut versorgen. „Als mein Bruder 1942 in den Kriegsdienst einberufen und meine Schwester zum Arbeitsdienst musste, waren wir alle sehr traurig“, erinnerte sie sich.

Ab 1947 besuchte die Jubilarin einige Jahre die Nähschule in der Wertheimer Eichelgasse. „Die ganze Zeit habe ich meine Mutter im Haus und der Landwirtschaft unterstützt.“ 1958 heiratete sie ihren Gatten Erwin Spielvogel aus Freudenberg. 1960 wurde Tochter Daniele geboren, 1963 Sohn Matthias und 1965 die Zwillinge Thomas und Markus. Heute gehören vier Enkel zur Familie. Mit ihrem Mann ging Spielvogel gerne auf Feste. Er verstarb 1996. Seither lebt sie allein in ihrem Haus.

„Meine Söhne mit ihren Familien leben aber in unmittelbarer Nachbarschaft und schauen jeden Tag vorbei“, freut sie sich über die Unterstützung von Söhnen, Schwiegertöchtern und Enkel. Spielvogel betont, sie sei sehr verbunden mit der Heimat. „Ich besuchte regelmäßig die Gottesdienste und schaute bis vor ein paar Jahren auf dem Fußballplatz die Spiele meiner Söhne und Enkel.“

Ehrenamtliches Engagement

Die Jubilarin war vielfältig ehrenamtlich im Dorf engagiert. Schon in jungen Jahren sang sie im gemischten Chor des Männergesangvereins Mondfeld. Bis 1983 sang sie zudem beim Frauenchor mit. „Zusammen mit sechs anderen Frauen haben wir beispielsweise oft auf Beerdigungen gesungen.“

Hedwig Spielvogel war im Jahr 1970 Gründungsmitglied der katholischen Frauengemeinschaft (KFD) Mondfeld. Von 1778 bis 1997 übernahm sie den Vorsitz der KFD. In der Zeit war sie maßgeblich am Bau der Mariengrotte beteiligt. „Ich habe mit viel Liebe und Herzblut angepackt und besuche noch heute jede Andacht dort.“

Heute ist sie Ehrenvorsitzende der KFD Mondfeld. Viele Jahre trat sie auf dem Frauenfasching der KFD auf und hielt beim „Möfelder Fasching“ der Faschingsgesellschaft (FGM) Büttenreden.

Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde Hedwig Spielvogel 1997 mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Bekannt sind auch die Gänse der Jubilarin. Von den 1980ern bis in die 2000er waren diese fester Bestandteil der Kerwe und wurden von der jeweiligen Kerwemagd getragen.

Heute geht die Jubilarin gerne zu Tischmessen und zum Seniorenkaffee. „Ich bin dankbar, dass ich noch selbst kochen kann.“ Sie lese die Tageszeitung von vorn bis hinten und schaue hin und wieder fernsehen. Gern sucht sie das Gespräch mit den jungen Leuten. Rückblickend sei sie sehr zufrieden mit ihrem Leben. „Ich hoffe, dass ich noch ein bisschen dableibe – so Gott will“, wünscht sich die Jubilarin. Ihren Ehrentag begeht Hedwig Spielvogel im Kreise ihrer Familie in einer Gaststätte. Den zahlreichen Gratulationen schließen sich die Fränkischen Nachrichten gern an. bdg

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