Wertheim

Empfang Wertheimer Bürger verabschiedeten ihren früheren Dekan Hayo Büsing

Mit Engagement und Gottvertrauen

Archivartikel

Wertheim.Zumindest einen ungefähren Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Pflichten eines Dekans und Gemeindepfarrers gab der Empfang zur Verabschiedung von Hayo Büsing aus diesen Ämtern im Arkadensaal des Rathauses am Mittwochabend im Anschluss an den Gottesdienst in der Stiftskirche (siehe weiteren Artikel). Denn aus nahezu jedem Bereich, mit dem Büsing in Berührung kam, sprachen Redner Grußworte – und es hätten, wie am Rande der Veranstaltung zu hören war, noch viel mehr Gäste etwas sagen wollen.

Schuldekanin Cornelia Wetterich und Pfarrerin Dr. Verena Mätzke moderierten und gaben natürlich auch eigene Erfahrungen und Erlebnisse zum Besten.

Sozialdezernentin Elisabeth Krug als Vertreterin des Landkreises befand, der vorangegangene Gottesdienst sei ein „Beleg für die hohe Anerkennung und Wertschätzung“ vor allem für die Persönlichkeit Büsings, der mit „Engagement und Gottvertrauen sehr erfolgreich gearbeitet“ habe. Verbindlich im Auftreten aber hartnäckig in der Sache, so charakterisierte sie den scheidenden Dekan.

Wie die Sozialdezernentin für den Landkreis, so zählte auch Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez Berührungspunkte der Stadt mit der Kirche auf. Er erinnerte an persönliche Begegnungen, würdigte Büsing als politischen Menschen. Herrera Torrez betonte, dass die „neue soziale Mitte“, die auf dem Wartberg entsteht, etwas sei, „was Sie mit angestoßen haben und das nachwirkt“. Herrera Torrez dankte dem scheidenden Dekan auch im Namen seines Freudenberger Kollegen, Bürgermeister Roger Henning für die Zusammenarbeit.

„Auch wir verabschieden uns heute von unserem Dekan“, schmunzelten Pfarrer Jürgen Banschbach und Pastoralreferentin Ute Zeilmann als Vertreter der Katholischen Kirchengemeinde. Sie betonten die „tiefe ökumenische Verbundenheit“ in der in Wertheim vieles funktioniere, worüber anderen Ortes noch gar nicht nachgedacht werde.

Viel Heiterkeit

Patronatsherr Ludwig Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg sorgte für viel Heiterkeit. Hatte er doch im Psalm 146 weitergelesen, in dem es nach dem „Lobe den Herrn“ heißt, „verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen“. Er hoffe, dass die gemeinsamen Gespräche zumindest ein bisschen hätten helfen können.

Hayo Büsing sei immer darauf aus gewesen, einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen zu schaffen, bescheinigte für den Bezirkskirchenrat Ekkehard Hüneburg. Ehrenamtlichen sei er stets auf Augenhöhe begegnet.

Der Spagat zwischen den Aufgaben als Dekan und denen eines Gemeindepfarrers sei nicht immer zu jedermanns Zufriedenheit zu bewältigen, stellte der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Erwin Röhrig fest. Es gebe eine Diskrepanz zwischen den 100 Prozent Anspruchsdenken an eine Stelle, die aber nur 50 Prozent habe.

Für die Kirchenältesten erinnerte Gaby Böttcher an die Gründung der Emmausgemeinde und dankte für die jahrelange gute Wegbegleitung. Rüdiger Krauth und Renate Meixner repräsentierten den Diakonieverband und die Dekankollegen. In ihrem Grußwort würdigten sie das „Programm und die Botschaft des Miteinanders und der fruchtbaren Kooperation“ als „gutes Zeichen der innerevangelischen Ökumene“.

Er sei zwar nicht fröhlich über den Abschied, aber erfreut, dass die Theologenstelle beim Diakonischen Werk in Karlsruhe mit Büsing eine neue Ausrichtung bekomme, sagte Wolfgang Pempe, Geschäftsführer des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis, der auch „Grüße von den Kolleginnen und Kollegen der Caritas“ übermittelte.

„So eine Herde zu führen und zusammenzuhalten ist bestimmt keine leichte Aufgabe,“, wusste Pfarrer Gerd Stühlinger, der für den Pfarrkonvent sprach. In dem vergleichbar kleinen Kirchenbezirk wimmele es von Individualisten. Büsing habe, wo immer es möglich gewesen sei, die Freiheit gelassen, persönliche Begabungen einzubringen. Dass er bei personellen Engpässen selbst eingesprungen sei, sei keineswegs selbstverständlich.

Die Vorsitzende des Fördervereins der Stiftskirche, Martina Wenzel, ging besonders auf Büsings Verdienste um die Sanierung und Renovierung des Gotteshauses ein, wofür der Dekan alle Hebel in Bewegung gesetzt habe und mit der dieses zukunftsfähig gemacht worden sei.

Das letzte Wort in dem von Pianistin Jewgenija Skripal musikalisch umrahmten Empfang hatte schließlich der beruflich aus Wertheim scheidende Kirchenmann selbst. Er habe nur seine Pflicht getan, gab Büsing die zuvor an ihn gerichteten Dankesworte zurück. Kirche sei ein Gemeinschaftskunstwerk. ek

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