Wertheim

Festakt Beschäftigungsinitiative Wertheim feiert 20-jähriges Bestehen / Über 500 Kunden nutzten die Dienste

Mehr als 200 Leute in Arbeit gebracht

Archivartikel

Die Beschäftigungsinitiative Wertheim feierte am Dienstag mit einem Festakt im Arkadensaal des Rathauses ihr 20-jähriges Bestehen.

Wertheim. Seit mittlerweile 20 Jahren hilft die Beschäftigungsinitiative Wertheim (BIW) Menschen bei der Rückkehr in den regulären Arbeitsmarkt. Mit einem Festakt im Arkadensaal des Rathauses wurde dieser besondere Anlass am Dienstag gefeiert. „Damals dachte keiner – auch nicht die optimistischsten von uns - daran, dass wir mit diesem Projekt einmal das 20-jährige Bestehen feiern“, blickte BIW-Vorsitzender Volker Klein zurück auf die Geschichte des Vorhabens.

Die Beschäftigungsinitiative wurde zu einer Zeit aus der Taufe gehoben, als die Arbeitslosenzahlen noch deutlich höher lagen als heutzutage. Das Projekt sollte Erwerbslose in Wertheim auf ihrem Weg zurück in die Arbeitswelt unterstützen. „Seit der Gründung sind bei der Initiative über 200 Menschen in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen worden“, wusste Klein.

Viele von diesen hätten dann auch in eine Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden können. „Jeder Mensch, der mit uns einen Job gefunden hat, ist ein Erfolg“, so der Vorsitzende. Seine Bilanz fiel also durchweg positiv aus – bis auf einen kleinen Wermutstropfen: „Unser Ziel, uns überflüssig zu machen, haben wir noch nicht erreicht“.

Und das wird sich wohl auch nicht ändern. Denn: „Es wird immer Menschen geben, die auf dem ersten Arbeitsmarkt Probleme haben und dauerhaft Hilfe und Unterstützung brauchen.“

Ein Lob erhielt die BIW von Wertheims Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez. „Es war eine ganz hervorragende Idee, dieses Unternehmen vor 20 Jahren zu gründen“, so der Rathauschef. Dass die Initiative trotz sinkender Arbeitslosenzahlen auch in den kommenden Jahren noch genug zu tun haben wird, davon war Herrera Torrez überzeugt. „Ich glaube, die Anzahl derer, die es in der Berufswelt alleine nicht schaffen, wird wieder steigen“, so der Rathauschef.

Einen Grund hierfür sah er im gegenwärtig stattfindenden, tiefgreifenden Wandel des Arbeitsmarkts, unter anderen aufgrund der Digitalisierung und des demographischen Wandels. Herrera Torrez betonte, dass angesichts dieser Entwicklungen ein sozialer Arbeitsmarkt, der die Menschen fördert und unterstützt, notwendig sei. Mit der BIW habe man in Wertheim so etwas quasi im Kleinen geschaffen.

Eine positive Bilanz zog auch Walter Ruf, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der BIW. „Die Gesellschafter sehen in der Initiative ein Modell für sinnstiftende Arbeit für arbeitslose Menschen im Raum Wertheim“, sagte Ruf. Genau wie seine Vorredner rechnete auch er in Zukunft noch mit genug Handlungsbedarf für das Projekt. „Ich denke, vorhandene Arbeitsangebote auf dem ersten oder zweiten Arbeitsmarkt sind immer noch nicht ausreichend“, sagte Ruf.

Einen Einblick in die Arbeit der Beschäftigungsinitiative gab Projektleiterin Helene Krutsch. So sind laut ihrer Aussage momentan 15 Mitarbeiter bei der BIW beschäftigt, rund 120 Kunden nutzen zudem deren Dienste.

Seit der Gründung waren es insgesamt bereits über 200 Mitarbeiter und mehr als 560 Kunden. „Trotz dieser erfreulichen Bilanz haben wir jeden Tag neue Fragen, Aufgaben und Herausforderungen“, so Krutsch.

Wie etwa die Erstellung der täglichen Dienstpläne, die Zuteilung des Personals zum jeweils passenden Kunden oder auch die Frage, ob das Projekt für das nächste Jahr noch eine gesicherte Finanzierung hat. Neben Krutsch durften auch drei ehemalige Mitarbeiter über ihre Erfahrungen sprechen.

„Es gab dort Höhen und Tiefen“, erinnerte sich Sigrid Neumann, die von 2000 bis 2011 bei der BIW arbeitete. Gerne zurück auf ihre Zeit bei der Initiative blickt Heike Thoma. „Ich habe mit Freude dort gearbeitet“, berichtete sie.

Besonders gefallen hat ihr demnach das familiäre Verhältnis und der Zusammenhalt. Viel zu verdanken hat dem Projekt Elard Gundelsweiler.

„Ich habe mit null Prozent angefangen und mit 100 Prozent aufgehört“, erzählte er. So habe er in seiner Zeit bei der BIW etwa Lesen und Rechnen gelernt.

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