Wertheim

Amtsgericht Verwarnung nach Jugendstrafrecht

Medikamente gestohlen

Archivartikel

Wertheim.Eine 20-jährige Frau hat im Dezember 2019 am Arbeitsplatz, einer Klinik, zwei Mal das Beruhigungsmittel „Tavor“ entwendet und es in einem Fall an eine Bekannte weitergegeben. „Tavor“ ist rezeptpflichtig und hat hohes Suchtpotenzial.

Der Vorfall ereignete sich in der Probezeit der Ausbildung. Es folgte die Kündigung. Bei anderer Gelegenheit war die Frau nach Konsum von Cannabis mit einem PKW unterwegs. Bei der Kontrolle entdeckte die Polizei 4,51 Gramm dieser Droge.

Die Angeklagte war in der Verhandlung am Amtsgericht geständig. Nach eigenen Angaben handelte es sich in dem einen Diebstahlsfall nur um eine Tablette. Mit der habe sie einer Freundin helfen wollen. Das entdeckte Cannabis sei zum Eigenverbrauch gewesen. Inzwischen habe sie sich von Drogen und falschen Freunden gelöst.

Der Verteidiger sprach von Reifeverzögerungen und psychischen Problemen seiner Mandantin. Erzieherische Maßnahmen (Jugendstrafrecht) seien wichtiger als Strafe. Zu berücksichtigen sei auch das positive Verhalten nach der Tat. Das Gericht sah im Entwenden von Arzneimitteln eine besondere Schwere.

Wegen Diebstahls in zwei Fällen, der unerlaubten Abgabe von Arzneimitteln sowie des Besitzes von Betäubungsmitteln verwarnte (Jugendstrafrecht) das Gericht die Frau. Sie muss 300 Euro Buße, drei Termine bei der Drogenberatung wahrnehmen und ein Abstinenzprogramm fortsetzen. Dazu kommt ein Bußgeld von 300 Euro wegen Fahrens eines Kfz unter Drogeneinfluss. Den Führerschein hat die Frau bereits im März abgegeben. goe

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