Wertheim

Abschlussfeier Absolventen der Realschule bekamen unter Pandemie-Bedingungen ihre Zeugnisse / Zweimal die Traumnote 1,0

Maskenball – dieses Jahr etwas anders

Sie haben es geschafft: Über 150 Schüler legten an der Realschule ihren Abschluss ab. Statt großer Feier gab es für sie multimediale Inhalte zum Mitnehmen.

Bestenheid. „Motto Maskenball (dieses Jahr etwas anders)“, so beginnt das Abschlussvideo, das jeder Zehntklässler der Comenius-Realschule und die Hauptschulabsolventen der Klasse 9f am Mittwoch bei der Zeugnisübergabe erhalten haben. Tatsächlich wurde dieses Motto schon vor Corona von den Absolventen für die Abschlussfeier gewählt.

Wie sehr sich das bewahrheiten würde, ahnte damals noch niemand. Doch trotz der besonderen Umstände verlässt ein sehr guter Jahrgang die Schule. 135 Schüler haben die Mittlere Reife und erstmalig 20 den Hauptschulabschluss bestanden. Lumi Mia Haas und Branislav Lazic erreichten bei ihrem Realschulabschluss sogar das Traumergebnis von 1,0.

Klassenweise kamen die Klassen in die Schule und bekamen von Schulleiterin Katrin Amrhein und ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern in der Mensa das Zeugnis überreicht. Die Eltern durften leider nicht dabei sein.

Dennoch hatten sich die jungen Menschen, die jetzt ins Leben nach der Realschule starten, dem Anlass entsprechend in Schale geworfen. Und alles, was normaler Weise in der Main-Tauber-Halle vor 1000 Menschen passiert, alle Reden und Gratulationen, dürfen die Schüler sich nun auf einem Speicher-Stick mit nach Hause nehmen.

Lehrer grüßen von zu Hause

Das Filmprojekt wurde von der SMV unter Federführung der beiden Verbindungslehrer Katharina Muth und Daniel Schäfer in den vergangenen Wochen zusammengestellt. So konnten auch die präsenzbefreiten Lehrer ihren Schützlingen aus dem heimischen Garten noch gute Wünsche mit auf den Weg geben.

Auch Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez war mit einem Video vertreten und lobte die Leistung der Schüler in dieser außergewöhnlichen Situation.

Er riet ihnen: „Sagt euch, wir haben etwas ganz Besonderes geschaffen, das macht uns kein anderer Jahrgang nach.“ Und noch etwas habe die Corona-Pandemie gezeigt: „Dass jeder einzelne den Unterschied machen kann, ob unser gesellschaftliches Leben funktioniert oder nicht.“ Katrin Amrhein lobte in ihrer Videobotschaft die Schüler, die sich auf die besondere Situation eingestellt hatten: „Ich finde, ihr habt das toll gemacht. Ihr könnt stolz auf euch sein und auf das, was ihr in dieser besonderen Zeit leisten musstet und auch leisten konntet.“ Generell komme hier zu Gute, dass die Realschule eine lebensnahe Schule sei.

„Wir bringen unseren Schülern bei, sich auch auf schwierige und unangenehme Situationen einzustellen..“ Daher seien die Ergebnisse auch nicht schlechter als in den vergangenen coronafreien Jahren.

Traurig sei natürlich, dass die Feiern ausfallen müssten. Nicht nur für die Schüler, auch das geplante Abschlussgrillen der Lehrer wurde abgesagt. „Uns war wichtig, uns ohne Abstriche an die Hygiene-Regeln zu halten. Da wollte ich kein Risiko eingehen“, so die Schulleiterin.

Ein Novum war dieses Jahr durch Einführung des neuen Bildungsplans die Ausgabe von 20 Hauptschul-Abschlusszeugnissen. Die Schüler wurden ab Klasse 7 in einer eigenen Klasse auf G-Niveau unterrichtet.

Trotz zwischenzeitigem Frust sind am Ende alle froh, das Ziel erreicht zu haben. „Danke, dass sie uns nicht aufgegeben haben“, dankte Klassensprecher Manuel Kempf daher den beiden Klassenlehrern Florian Feix und Donata Wiegand.

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