Wertheim

Möfelder Kerwe gefeiert Beate und Heinz Krauter sind zum dritten Mal Kerwepaar

Manches Missgeschick ans Licht gebracht

Mondfeld.Die Möfelder Kerwe wurde am Wochenende in Mondfeld gefeiert. Dabei waren einige junge Leute auch erstmals als Kerweborsche und Kerwemädli dabei.

Am Freitag zog die Gruppe durch das Dorf, um feucht-fröhlich zum Kerweabend am Samstag einzuladen. Die Kerwefeier begann mit dem Patroziniumsgottesdienst in der Kirche, den Pfarrer Stefan Thron zelebrierte. Musikalisch mitgestaltet wurde die Messe vom Frauenchor Mondfeld (Leitung Dorothee Jacob). Die neuen Mitglieder der Kerwegesellschaft lasen die Fürbitten. Thron ging in seiner Predigt darauf ein, dass Martin von Tours – so wie die Kerweborsche – ein junger Mann gewesen sei, als er seinen Mantel teilte.

Nach dem Gottesdienst zog man gemeinsam zur Maintalhalle, wo Peter Hofmann für die musikalische Unterhaltung sorgte. Nach den ersten Tanzrunden zog die Kerwegesellschaft ein und stimmte gleich mehrere Lieder an. „Die Zeit, die rennt, es ist wieder soweit, jeder Möfelder freut sich über die Kerwezeit“, stellte Kerwepfarrer Tom Grein fest.

In seiner Predigt blickte er auf so manches Missgeschick der Dorfbewohner zurück. Demnach hat der Postbote ein Paket mit 112 Knochen für Hunde beim örtlichen Elektriker angeliefert. Dieser sei zunächst irritiert gewesen, bis ihm seine wohl nachts im Halbschlaf getätigte Großbestellung einfiel. Die Sekretärin eines Mondfelder Unternehmens wollte der Papierflut datenschutzgerecht Herr werden wollen. Dabei geriet ihre Handtasche in den Schredder. Abends beim Turnen präsentierte sie das zerfledderte Stück als neuen Modetrend.

Weiter berichtete der Redner über „großzügige Leut’, über deren Hausstand sich das ganze Ort freut“. Schließlich hatten diese beim Faschingsumzug Teller, Tassen und Mobiliar aus dem Fenster geworfen. Auf Interesse stieß auch der Sturz eines Radfahrers, der Eier aus Boxtal bevorzugte. „Hätte er sich mit guten Möfelder Eiern zufriedengegeben, wären die sicher nicht auf dem Flurweg gelegen“, so der Kerwepfarrer.

Aufs Korn nahm dieser auch den speziellen Fang zweier Angler aus Boxtal und Mondfeld oder den Motorbootfahrer, der bei der Fahrt über den Main mit seinem Gefährt umgekippt ist. Statt sich helfen zu lassen, habe er lieber zugesehen, wie das Boot unterging, teilte Grein mit. Er wusste zudem von einem Mitbürger, der ein Sperrschild zur Seite rückte, wobei ihm dieses auf den Kopf gefallen ist. Als er sich darüber beim Ortsvorsteher beschwerte, brachte ihm das einen Strafzettel über 20 Euro ein. Der Ortsvorsteher habe ihm versprochen, dass es für 40 Euro nicht weitererzählen werde und „es kommt nicht an der Kerbe dran“.

Neset Koyunsever berichtete über Vorfälle, die der Kerwepfarrer lieber verschwieg. So habe dieser als Mitglied der „Trampelbube“ bei einer Geburtstagsfeier wie „halbnackte Mädchen“ an der Stange getanzt, was ihm nicht bekommen sei. Ebenso sei es dem Kerwepfarrer bei einer Überquerung des Mains via Boot im angetrunkenen Zustand ergangen. „Kein Alkohol bedeutet weniger Blamage“, riet der Redner.

Das Suchen der Kerwe entpuppte sich dann als wacklige Schlauchbootfahrt durch die Halle nach Stadtprozelten, wo man diese vergessen hatte. Auf dem Rückweg gingen Kerwepfarrer und Kerwe auch noch baden. So musste Taucher Jan Theis die Flasche retten.

Beim Kerwetanz zogen Dagmar und Franz Theis sowie Beate und Heinz Krauter ins Finale ein. Beim Klingen des Weckers standen die Krauters zum dritten Mal als Sieger fest. Beim Ehrentanz trugen sie als Gewinn eine Gans auf dem Rücken, die Heinz Krauter dazu von Kerwemagd Janik Hiske übernahm. bdg

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