Wertheim

Kunstprojekt Initiatoren freuen sich über Erfolg des Flashmobs und kündigen Produktion von mehreren Tausend Figuren an / Erlös aus Verkauf fließt zurück in das Projekt

Main-Tauber-Stadt bleibt weiter das „Zentrum für Optimisten“

Archivartikel

Wertheim.„Wertheim bleibt das Zentrum für Optimisten“, verspricht Innenstadtmanager Christian Schlager. Das zusammen mit dem Künstler Ottmar Hörl und dem Verein Stadtmarketing Wertheim angestoßene Projekt soll auch in Zukunft das Stadtbild bereichern.

„Der Flashmob hat besser funktioniert, als gedacht“, blickt Ottmar Hörl auf die Aktion am Samstag vor zwei Wochen zurück. Damals wurden 200 der 44 Zentimeter hohen Figuren im Stadtgebiet aufgestellt. Hintergrund war, dass vorbeigehende Passanten einfach eine Figur mitnehmen und dann an anderer Stelle wieder abstellen. „Es wäre schön, wenn jeder einen transportiert“, so der Vorsitzende des Stadtmarketings Wertheim, Bernd Maack.

Doch leider wurden viele Figuren einfach mitgenommen und fristen jetzt ein Dasein in Privathäusern oder Wohnungen, befürchtet Innenstadtmanager Christian Schlager. Alle drei Verantwortlichen fordern dazu auf, die Optimisten „wieder frei zu geben“, schließlich soll jeder Bürger etwas von der Aktion haben.

Natürlich könne man die Figuren auch an andere Orte mitnehmen, so die drei in einem Pressegespräch. Die dabei entstehenden Bilder dürfen gerne in den sozialen Medien veröffentlicht werden. Sinnvoll wäre es, den Hashtag #wertheimoptimist oder #ottmarhoerloptimist mit einfließen zu lassen, so der Künstler. Er berichtet schon von ersten Anrufen aus der ganzen Welt, wo begeisterte Kunstfans seine Installation gesehen und fotografiert haben.

Über 1800 Facebookeinträge mit dem Optimisten seien bereits zu sehen: „Die Nachfrage nach den ‚Optimisten’ ist sehr groß. Im Moment können wir gar nicht liefern.“ Die Produktionsfirmen im Coburger Land, wo die Figuren in einem speziellen Schleudergussverfahren hergestellt werden, kommen einfach nicht nach. Doch schon in Kürze treffen mehrere Tausend Figuren in unterschiedlichen Farben ein. Die können dann im Onlineshop des Künstlers oder bei ausgewählten Geschäften in der Wertheimer Innenstadt käuflich erworben werden.

In die Welt hinaus tragen

Das eingenommene Geld wird weiter in das Projekt investiert. Man wolle mit der Aktion keinen Gewinn machen, so Bernd Maack. Wichtiger sei, dass der Optimist sich überall hin verbreitet und vom Optimismus der Wertheimer in aller Welt berichtet, ergänzt Christian Schlager. Das Kunstprojekt sei auf Jahre ausgelegt, Hörl. Welche Geschäfte den Optimisten verkaufen werden, das steht in dem neu aufgelegten Flyer, dessen Erstauflage mit 1000 Stück rasend schnell vergriffen war.

Hörl hat das Gefühl, dass „die Welt den Optimisten derzeit gut gebrauchen kann“. Die Idee zur Figur kam schon lange vor Corona und trotzdem habe man genau in diesem Moment die richtige Präsentationszeit gefunden. Die Idee, die Figuren durch die Stadt wandern zu lassen, ist nicht neu, aber immer noch aktuell, findet Hörl. Die Menschen hätten so die Möglichkeit „Kunst zu begreifen“. Das sei sonst bei Kunstwerken eher unüblich, die dürften in der Regel nicht berührt werden. Beim Optimisten sei das anders. Er wolle förmlich angefasst werden.

Natürlich werden auch weiterhin Figuren in der Stadt aufgestellt, dann aber mit einem massiven Metallsockel, so Schlager. Bernd Maack berichtet von „Kunsträubern“ auf der Tauberbrücke. Hier hat er mit seinen Mitarbeitern eine kleine Installation eingerichtet mit mehreren Optimisten, die immer paarweise angeordnet sind. Wären die Figuren nicht mit Kabelbindern an der Brücke befestigt, sie würden allesamt den Standort in kürzester Zeit wechseln, ist sich Maack sicher. Christian Schlager zur Fortführung des Projekts: In nächster Zeit wollen sie „Optimisten“ in den Wertheimer Geschäften und in der Innenstadt verteilen und fest installieren.

„Ob eine Figur ein Erfolg wird oder nicht, kann man nicht vorhersagen, aber der Optimist wird es auf jeden Fall“, ist sich Ottmar Hörl sicher. Die positiven Eindrücke der letzten Wochen geben Mut, die Aktion weiter zu führen. „Wir sind gespannt, wie sich das Thema weiterspinnt“, sagte abschließend Christian Schlager, der sich freut, in schweren Zeiten einen Lichtblick für die Menschen mitinitiiert zu haben.

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