Wertheim

Amtsgericht Acht Monate Gefängnis für Mann aus der Main-Tauber-Stadt / Angeklagter ist mehrfach vorbestraft

LSD gekauft und betrunken verunglückt

Wertheim.Ein junger Mann aus Wertheim hat im Zeitraum November/Dezember 2017 über das Internet fünf LSD-Trips bestellt. Im Januar 2018 entdeckte die Polizei bei der Durchsuchung seiner Wohnung zudem fünf Tütchen mit je ein Gramm Marihuana.

Am 30. Dezember 2017 gegen Mitternacht fuhr der 21-Jährige betrunken sein Auto, das weder angemeldet noch versichert war. Außerdem hatte er keinen Führerschein. Das Ergebnis der Blutuntersuchung ergab eine Alkoholkonzentration von 2,22 Promille.

Wegen unerlaubten Erwerbs und Besitzes von Betäubungsmitteln sowie wegen Trunkenheit im Verkehr und Fahrens ohne Fahrerlaubnis und ohne Haftpflichtversicherungsschutz verurteilte das Amtsgericht Wertheim den Arbeitslosen zur Strafe von acht Monaten.

Die Polizei war durch Handydaten bezüglich Drogen auf den Beschuldigten aufmerksam geworden. Dieser ist mehrfach vorbestraft und hat einige Male im Gefängnis gesessen. Im jetzigen Fall reichten die Verdachtsmomente für einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss.

Tütchen in Schublade

Die Tütchen mit Marihuana befanden sich in einer Schublade. Bei der Vernehmung räumte der Angeklagte ein, zwei Mal LSD bestellt zu haben. Die fünf Portionen habe er bekommen, weitere zehn nicht.

Überschneidend mit diesem Tatkomplex waren die Vergehen aus dem Verkehrsbereich. Ein Polizist war mit seinen Hunden unterwegs und hörte mehrfach das Aufheulen eines Motors. Als er die Stelle erreichte, befanden sich schon mehrere Personen vor Ort. Ein Auto war von der Straße in den Graben geraten, hatte sich eingepflügt und die Hinterachse hing in der Luft.

Starker Alkoholgeruch

Der Angeklagte als Fahrer verbreitete ausgeprägten Alkoholgeruch. In der Verhandlung erklärte der Beschuldigte, warum er beim ersten Verhandlungstermin vor einer Woche fehlte. Er habe die Ladung des Gerichts vergessen.

Dann versuchte er, sich herauszureden. Beide LSD-Bestellungen habe er nicht erhalten. Einerseits hätte ihm das nichts genützt, denn strafrechtlich ist bereits die Bestellung Erwerb. Bei den zehn nicht erhaltenen Trips verzichtete die Staatsanwaltschaft aus prozessökonomischen Gründen lediglich auf die Anklage. Andererseits lag dem Gericht eine WhatsApp Nachricht des Angeklagten an seine „gute Bekannte“ in Mönchberg vor, worin er ihr den LSD-Konsum mit den Worten schmackhaft machen wollte:“Dieser LSD-Trip war die Erfahrung wert“. Von dieser Frau habe er auch das Auto gekauft.

Bezüglich der Verkehrsvergehen habe er alkoholbedingt keine Erinnerung. Dagegen meinte der Polizist, der Beschuldigte habe in der Tatnacht sehr wohl begriffen, was er getan hat, und ihn gebeten, nicht die Kollegen zu verständigen.

Keine Bewährung

Der Richterin fehlte jeder Hinweise, dass der Angeklagte allein auf Grund der Verurteilung keine Straftaten mehr begeht. Deshalb gab sie, entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, keine Bewährung.