Wertheim

Convenartis Gewölbekeller Maddin Schneider präsentierte sein Programm „Denke macht Koppweh“ vor ausverkauftem Haus

Lieber lachen statt zu viel nachdenken

Comedian Maddin Schneider kam mit seinem Programm „Denke macht Koppweh“ im ausverkauften Convenartis Gewölbekeller in Wertheim am Samstag glänzend an.

Wertheim. Einen aus dem Fernsehen bekannten Comedian live sehen und anfassen. Diese Möglichkeit bekamen die Besucher im ausverkauften Gewölbekeller des Convenartis Kleinkunstvereins am Samstag. Maddin Schneider, den meisten bekannt durch seine Rolle in der Sat 1- Impro- Comedy „Schillerstraße“, gab sich die Ehre, erst auf der Bühne und dann im Foyer für Fotos direkt mit seinen Fans.

Lachen über Tücken des Alltags

„Der eigentliche Skandal sind nicht ungerechte Gehälter oder das Elend auf der Welt, der eigentliche Skandal ist, dass der, der schnarcht, immer früher einschläft“. Dieses Zitat aus der Show „Denke macht Koppweh“ zeigt schon, dass es an diesem Abend nicht um große Politik und komplizierte Zusammenhänge ging, sondern einfach um befreites Lachen über die Tücken des Alltags, die jedem bekannt vorkommen. Und natürlich über die unverwechselbare Mimik des Comedian Schneider.

Nichtsdestotrotz hat der Künstler im Lauf des zweistündigen Programms allerlei Lebensweisheiten für die Zuhörer parat. Die meisten stammen von seiner „Omma“. „Wenn man an Gänseblümsche denkt, kann man niemand umbringen“, ist eine davon. Schneider spielt mit dem Publikum, stellt immer wieder Rückfragen, speziell an die erste Reihe, mit der er sich namentlich bekannt gemacht hat. Oder er berichtet, wie oft er schon Veranstaltungen verlassen musste, etwa eine Hochzeit als Trauzeuge, weil er dachte, er habe den Herd angelassen – dabei habe er gar keinen Herd. Aber er geht halt immer vom „Wörscht Käs“ aus und so kann schon mal ein „Vögelsche“ durch Verkettung unglücklicher Umstände für das Niederbrennen eines ganzen Stadtteils verantwortlich sein.

Doch Schneider will umdenken: Er macht sich einfach positive Gedanken. Am Morgen ist er nicht muffelig, sondern freut sich „Ich bin wach – ich lebe“. Und die rumänische Einbrecherbande, vor der er sich fürchtet, besteht nur aus Frauen, die er zu seinem Harem macht. Ideales Vorbild seien da die Tiere: „Meine Katze habe ich noch nie depressiv erlebt.“

Und er erlebt ja so viel Schönes: Backen mit Hefeteig hat für den Comedian etwas von Sex und wenn ihm eine seiner „damaligen zukünftigen Ex-Freundinnen“ beim ersten Date auf eine Schwarzwälder Kirschtorte einlädt, ist Schneider hellauf begeistert – auch wenn das Ganze im Desaster eines mehrstündigen Saunagangs statt im Schlemmen endet. Klar, dass er nach solchen Misserfolgen 800 Frauen beim Online-Dating auf seiner Liste hat.

Alpträume

Wenn da nicht immer wieder der Alltag dazwischenkäme, etwa der vergessene gelbe Sack, wegen dem er mitten in der Nacht Alpträume hat, in denen auch ein früherer Mathe-Lehrer eine wesentliche Rolle spielt. Oder er sich über den „Schpäm – Wort für geistigen Sperrmüll“ ärgert, der ihm als Werbung ins Haus flattert.

Eine große Sorge, die er mit dem Publikum teilt, ist das Älterwerden. Hatte er doch seine erste Midlife-Crisis mit neun Jahren, als der letzte Milchzahn ausfiel. Und der Körper verfällt. Doch natürlich hat der immer wieder ins Schlüpfrige verfallende Bühnenkünstler eine Lösung: Sex in Rückenlage – man muss sich nicht so anstrengen und, wenn der Fernseher richtig platziert ist, kann man nebenher Fußball schauen.

Nachdem Schneider mehrere Überlegungen angestellt hat, wie er seine „Brüllgedanken“ los wird, findet er durch einen buddhistischen Zen-Mönch die Lösung: Er setzt sich in Brennnesseln.

Dieses Bild führt zu einer der vielen Lachsalven des Publikums, die von der Vorstellung gute Laune, zahlreiche Blödel-Sprüche und auf Wunsch ein Foto mit ihnen und Maddin Schneider mit nach Hause nehmen.