Wertheim

Gesundheit Erster Blutspendetermin nach Shutdown steht in Wertheim fest / Es gelten besondere Regelungen / Bedarf ist deutlich gestiegen

Langfristige Vorräte sind aufgebraucht

Archivartikel

Der Bedarf an Blutspenden ist nach der Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen stark angestiegen. In Wertheim gibt es jetzt wieder die Möglichkeit zu spenden.

Wertheim. Über mehrere Wochen wurden, zur Schaffung von Personal- und Bettenkapazitäten für Covid-19 Patienten, nicht dringend erforderliche Operationen zunächst ausgesetzt, entsprechend reduzierte sich der Blutbedarf in dieser Zeit. Dank der überwältigenden Spendenbereitschaft in den vergangenen Wochen, konnte die Versorgung mit Blutpräparaten sichergestellt werden.

Seit wenigen Tagen wird die Behandlungsfrequenz und Operationstätigkeit in den Kliniken wieder hochgefahren. Die Folge davon ist eine extreme und schnelle Bedarfssteigerung.

Da Blutprodukte nur kurzfristig haltbar sind, konnten während des Shutdowns keine langfristigen Vorräte angelegt werden. Der DRK-Blutspendedienst benötigt deshalb dringend Blutspenden. In Wertheim gibt es am nächsten Mittwoch wieder die Möglichkeit.

Flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren, das ist in Zeiten des Coronavirus in allen Lebensbereichen unabdingbar. Damit Abstandsregeln eingehalten werden können, ist eine effektive Steuerung des Besucherstroms erforderlich. Hierzu wurde ein Terminreservierungssystem installiert.

Das DRK bittet deshalb alle Blutspender unter unten stehender Internetadresse persönliche Terminreservierung vorzunehmen. Dieser eingerichtete Service hat laut DRK vor allem auch zur Reduzierung von Wartezeiten geführt.

Für Blutspender besteht kein erhöhtes Risiko, sich auf Blutspendeterminen mit dem Coronavirus anzustecken. Bereits seit geraumer Zeit werden Maßnahmen ergriffen, die eine größtmögliche Sicherheit aller Anwesenden auf den Spendeterminen gewährleisten. Hierzu zählt eine Temperaturmessung bereits am Eingang, die kontrollierte Aufforderung zur Handdesinfektion. Blutspender erhalten bei der Blutspende eine Schutzmaske (MNS-Maske).

Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft wird das Virus nicht über eine Blutspende übertragen. Deshalb wird auf den Blutspendeaktionen keine SARS-CoV-2 -Testung des gespendeten Blutes durchgeführt.

Wer darf und wer darf nicht

Spender, die sich in den letzten vier Wochen im Ausland aufgehalten haben oder Kontakt zu SARS-CoV-2-infizierten Menschen hatten, werden zurückgestellt.

Auch Personen mit grippalen oder Erkältungs-Symptomen oder Durchfall werden generell nicht zur Blutspende zugelassen. Bereits am Eingang wird nach diesen Symptomen gefragt und gegebenenfalls der Einlass in das Spendelokal verwehrt.

Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt und gesund sein. Bei der ersten Spende sollte ein Alter von 65 nicht überschritten werden. Bis zum 73. Geburtstag ist derzeit eine Blutspende möglich, vorausgesetzt der Gesundheitszustand lässt dies zu. Bei einer ärztlichen Voruntersuchung wird die Eignung zur Blutspende jeweils tagesaktuell geprüft. Bis zu sechs Mal innerhalb eines Jahres dürfen gesunde Männer spenden, Frauen bis zu vier Mal innerhalb von zwölf Monaten. Zwischen zwei Spenden müssen mindestens acht Wochen.

Millionen Vollblutspenden

Blutspender sind „Lebensretter“, etwa 112 Millionen Blutspenden werden weltweit pro Jahr benötigt. Mit einer einzigen Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich von den Blutspendediensten des Deutschen Roten Kreuzes rund 3 Millionen Vollblutspenden für die Versorgung der Kliniken in Deutschland bereitgestellt. Das Deutsche Rote Kreuz sichert auf diese Weise etwa 75 Prozent der notwendigen Blutversorgung in der Bundesrepublik, nach strengen ethischen Normen freiwillig, gemeinnützig und unentgeltlich- rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

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