Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt

Lange Bewährung für Diebstahl

Archivartikel

Bettingen.Schon mehrfach wurde ein Mann aus Meinerzhage im Sauerland wegen Diebstahls verurteilt. Im Dezember griff er in einem Geschäft des Wertheim Village in Bettingen erneut zu. Er stahl ein Jackett, eine Hose und zwei Schals im Verkaufswert von 400 Euro.

Der Angeklagte entschuldigte seine Diebstähle mit einer Neigung zu hochwertiger Kleidung. Zu weiteren Personen, die möglicherweise an der Tat in Bettingen beteiligt waren, machte er keine Angaben. Wie in der Verhandlung bekannt wurde, hatte der Täter ein Gerät bei sich, bei dem es sich vermutlich (aber nicht nachweisbar) um einen Störsender gegen Diebstahlsicherung handeln könnte.

Im Jahr 2016 hatte bereits das Amtsgericht Miltenberg wegen Diebstahl von Kleidung im Wert von 546 Euro gegen ihn eine Geldstrafe verhängt. 2017 folgten Geldstrafen der Amtsgerichte Lüdenscheid und Bochum. Am 12. Dezember 2018 kam es zur Bewährungsstrafe von sechs Monaten mit Geldbuße durch das Amtsgericht Kitzingen. Die entwendete Kleidung im Verkaufswert von 1740 Euro hat der Angeklagte nach eigenen Angaben nicht verkauft sondern weggeworfen, den Schaden durch Zahlung der Kosten wieder gut gemacht. Unbeeindruckt von der bevorstehenden Verhandlung in Kitzingen griff der Beschuldigte am 8. Dezember 2018 in Bettingen wieder zu. Deshalb kam es beim Amtsgericht Wertheim zur Bildung einer Gesamtstrafe. Der Staatsanwalt ging zunächst von gewerbsmäßigem Diebstahl in besonders schwerem Fall aus. Im Schlusswort sah er aus Beweisgründen davon ab. Gleichwohl beantragte er eine Gesamtstrafe von 17 Monaten, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Der Verteidiger betonte, dem Bettinger Geschäft sei faktisch kein Schaden entstanden, und beantragte eine Bewährungsstrafe von zwölf Monaten mit der Auflage einer Therapie. Das Amtsgericht Wertheim verurteilte den 47-Jährigen zur Gesamtstrafe von 15 Monaten, setzte diese aber gegen Zahlung von 2500 Euro Buße auf fünf Jahre zur Bewährung aus. Einbezogen ist ein Urteil des Amtsgerichts Gemünden vom 12. Dezember 2018 mit einer Strafe von sechs Monaten zur Bewährung. Der erneute Verweis auf sein „Faible“ während der Urteilsverkündung machte dem Gericht deutlich, dass der Mann „nichts dazu gelernt“ habe. Die Versagung der Bewährung war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. goe

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