Wertheim

Ausstellung Werke des Bildhauers Christoph Jakob und des Malers Frank Krämer sind bis 29. Oktober in Bronnbach zu sehen

Kunst ohne Schnörkel und Unnötiges

Archivartikel

Vernissage in der "Neuen Galerie": Werke des Bildhauers Christoph Jakob und des Malers Frank Krämer sind bis 29. Oktober in Bronnbach zu sehen.

Bronnbach. In der "Neuen Galerie" des Klosters Bronnbach wurde am Freitagabend die Doppelausstellung des Bildhauers Christoph Jakob und des Malers Frank Krämer eröffnet. Die beiden in Kleinwallstadt lebenden Künstler zeigen einen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens, das Laura Stolz, die im Eigenbetrieb Kloster Bronnbach im Bereich Kulturmanagement tätig ist, in ihren einleitenden Worten mit finnischer Kunst verglich. "Die naturnahen Themen strahlen Ruhe, Einsamkeit und Gelassenheit aus". Es gibt keine Schnörkeleien, keine unnötigen, zu viel platzierte Dinge und sie verbreiten "einen Hauch nordischen Einflusses".

"Die Arbeit am Stein ist oft eine Gratwanderung, ein ständiges Abwägen. Hartgestein ist wie Glas, der splittert einfach weg, wenn man es falsch anpackt. Ich liebe diese Oberfläche, die Geschichten erzählt, und den kühlen Kern, den man da herausschälen kann." So beschreibt Christoph Jakob in einem früheren Interview seine Arbeit. Es ist dies wohl der Schlüssel zu den Arbeiten des Steinbildhauers. Er lässt den Stein seine Geschichte erzählen, doch ist das Zuhören kein kontemplativer Prozess, sondern harte Knochenarbeit.

Aber das "Zuhören können" führt dazu, dass der Künstler seine gestalterischen Ideen dem Stein nicht aufzwingt, sondern in sensibler Korrespondenz mit den natürlichen Gegebenheiten des Materials erwachsen lässt, das gestalterische Konzept sich im Einklang mit den Eigenschaften des Steins entwickelt. "Es ist die Auseinandersetzung zwischen meinem Willen und dem Gestein", formuliert es Christoph Jakob selbst und der Tauberbischofsheimer Kunsterzieher Gunter Schmidt, der die Ausstellung betreut und organisiert hat, erinnert in seiner Betrachtung an eine frühere Ausstellung Jakobs, unter dem Motto "Stumme Zeugen". Steine seien stumm... vorerst. Sobald aber der Künstler seine Hand anlege, verwandle sich das sprachlose Mineral in etwas Viel-Sagendes. Die Art, wie Christoph Jakob seinem Material Gestalt verleiht, sei elementar: "Mit fachlich-kreativer Energie geht er dem härtesten Gestein im wahrsten Sinne des Wortes an den Kern", so Schmidt weiter. Zerschneiden und Zusammenfügen, Durchbrüche schaffen, den Zustand von innen und außen relativieren, dem rohen Fels glasglatte Oberflächen abgewinnen.

Die Bildsprache abstrakt und kalkuliert. "Die Empathie Jakobs zum Stein ist von emotionalem Enthusiasmus geprägt. So schafft er aus naturgegebenem Werkstoff neue Wesen und macht aus stummen Zeugen lebendiges Material", resümiert Schmidt.

Gegenpositionen

Frank Krämers Landschaftsgemälde sind eine stille Gegenposition zu der hastigen, kurzlebigen Bilderflut unserer Zeit. Sie geben dem sensiblen Betrachter im wahrsten Sinne des Wortes Raum, Raum für inneres Erleben. Auch Krämers Arbeiten ordnet Gunter Schmidt ein: "Frank Krämer geht den Weg der Formberuhigung. Er nutzt große Formate, um kleine Dinge zur Wirkung zu bringen. Seine Motivwelt ist die Landschaft bzw. die Essenz dessen, was ihn an Landschaft inspiriert. Wenige Signale nur deuten auf ein geologisches Relief hin: Ein paar Schlieren, die sich perspektivisch im Raum verlieren. Die Trennung von Horizont und Land. Strenge Waagerechte, ohne Buckel und Mulden. Was als Naturstruktur sich andeutet, wird grafisch reduziert. Farbe, als vitales Element in der Natur, wird monochrom herunter gedimmt. Doch genau diese Reduktion der Form und die Sparsamkeit der Mittel verleihen den Gemälden ihren meditativen Reiz", beschreibt Schmidt die Arbeit des Malers und er schließt: "In minimalistisch-sensibler Malerei erschafft Frank Krämer Räume für das innere Erleben. Es sind nicht die kleinen Dinge, die er malt, sondern das Mystische hinter den Dingen."

Die Ausstellung in der Neue Galerie des Klosters Bronnbach kann bis zum 29. Oktober zu den Öffnungszeiten des Klosters besichtigt werden. Montag bis Samstag von 10 bis 17.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11.30 bis 17.30 Uhr.