Wertheim

Einzelhandel „Messpunkt“ wird am Montag, 24. August, um 10 Uhr offiziell in der Maingasse eröffnet / Franchise-Unternehmen des Startups „Befeni“

Kunden können sich Mode auf den Leib schneidern lassen

Archivartikel

Wertheim.Vor einer Woche steckte das Team des „Messpunkts“ noch mitten in den Vorbereitungen. Nun sind die Regale eingeräumt, die Schaufensterpuppen bekleidet und die roten Teppiche ausgerollt. Es ist also alles bereit für die offizielle Eröffnung des Geschäfts in der Maingasse 28. „Maßgeschneidert – auf den Punkt“, ist auf der Scheibe des Schaufensters zu lesen, und genau das möchten Stefan Kempf, Andreas Bauer, Frank Jäger, und Ivett Gyurka ihren Kunden bieten.

„Hätte mir vor der Corona-Krise jemand gesagt, dass ich Oberbekleidung für Männer verkaufen würde, ich hätte ihn für verrückt erklärt“, sagte Kempf bei einem Sektempfang am Freitag. Im Internet entdeckte er Angebote für Hemden nach Maß, kurze Zeit später habe Stilberater Andreas Bauer vor seiner Tür gestanden, um ihn zu vermessen. Während der Pandemie habe er viel Zeit gehabt, sich mit der Idee auseinanderzusetzen, die schließlich im „Messpunkt“ mündete. Das Konzept des Franchise-Geschäfts erläuterte dann Andreas Bauer. Zu kaufen gibt es maßgeschneiderte Hemden, Blusen, Anzüge und Blusenkleider, gefertigt von Befeni (wir berichteten).

Trinkgeld für Mitarbeiter

Das Mode-Startup wurde im September 2016 von Maik Ernst und Jan Fennel gegründet und beschäftigt mittlerweile rund 130 Mitarbeiter, den Großteil davon in der Produktion im thailändischen Bangkok.

Wer mit der erhaltenen Ware zufrieden ist, könne den Mitarbeitern in der Produktion ein Trinkgeld zukommen lassen.

„In drei Schritten zu Ihrem Maßhemd“, steht draußen an der Scheibe. Im Laden wird der Kunde vermessen und kann dann aus 90 verschiedenen Stoffen, 30 unterschiedlichen Kragen- und neun Manschettenformen seine Favoriten auswählen. „Nach vier bis sechs Wochen erhält er das fertige Hemd“, so Bauer. „Ich hoffe, es geht später keiner, ohne dass wir Maß genommen haben“, verkündete Stefan Kempf.

Die Glückwünsche der Stadt sowie des Gemeinderats – einige Mitglieder waren beim Sektempfang selbst anwesend – überbrachte dann Bernd Hartmannsgruber, stellvertretend für Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez: „Hier in Wertheim kennen wir Stefan Kempf als Kommunalpolitiker, als Hotelier und vor allem als Gastronom – obwohl er gelernter Schreiner ist“, sagte er. Nun habe er wieder einmal eine neue Herausforderung gesucht, und dabei gleichzeitig einen Leerstand in der Altstadt beseitigt: „Es ist eine willkommene Bereicherung.“ In die gleiche Kerbe schlug Innenstadtmanager Christian Schlager: „Stefan Kempf ist ein Tausendsassa in unserer Stadt und hat mit seinem neuen Geschäft eine Lücke geschlossen“, sagte er. Dass in der Krise ein Laden eröffnet werde, statt zu schließen, sei ungewöhnlich und „ein freudiger Tag für die Wertheimer Innenstadt“.

Bevor sich die Gäste im Geschäft umsahen und die ausgestellten Hemden, Fliegen und Krawatten unter die Lupe nahmen, fügte Hartmannsgruber mit einem Augenzwinkern noch eine an Kempf gerichtete „kleine, persönliche Anmerkung“ hinzu: „Ich wünsche Dir, dass Du künftig nicht nur bei den Hemden das richtige Maß findest.“ Die Anspielung auf seine kommunalpolitische Tätigkeit kommentierte Kempf mit einem Lachen. eli

Zum Thema