Wertheim

Eröffnung Händler bieten noch bis einschließlich Samstag, 18. Juli, ihre Waren am Mainplatz an / Gäste probieren sich durch die Spezialitäten

Kulinarischer Kurzurlaub in Frankreich

Archivartikel

Im Schatten der Bäume ein Glas Champagner genießen, ein Stück Käse essen oder eine Scheibe Salami probieren: Der Markt am Mainplatz entführt seine Besucher nach Frankreich.

Wertheim. Der Geruch von frischen Backwaren und Quiches liegt in der Luft, ein paar Schritte weiter lassen sich Besucher kräftige Käsesorten auf der Zunge zergehen. Ein leichter Windstoß trägt den Duft von getrocknetem Lavendel mit sich. Wer in dieser Woche dem Mainplatz einen Besuch abstattet, der kann einen kulinarischen Kurzurlaub in Frankreich verbringen – finden auch Walburga und Günter Brich, die sich bereits am Morgen durch die Auslagen der Stände probieren.

Spezialitäten an sieben Ständen

„Mhhh, ja die nehmen wir auch“, sagt sie und deutet auf eine der Salami-Sorten, die in geflochtenen Körben vor ihr ausgebreitet liegen. Er nickt zustimmend. „Da passt ein schöner Rosé dazu“, empfiehlt Händlerin Marguerite Mueller. Die Elsässerin bereichert den Markt seit Jahren außerdem mit ihren Backwaren. Veranstalter ist Richard Escalle, der auf der anderen Seite des Mainplatzes flüssige Spezialitäten aus Frankreich – unter anderem Champagner – anbietet.

An insgesamt sieben Ständen gibt es noch bis Samstag verschiedene Käse- und Salamisorten, Oliven, Gewürze, frisch gebackene Baguettes und Brote. Außerdem zum Sortiment gehören geflochtene Taschen und Lavendelprodukte. Zum ersten Mal dabei ist in diesem Jahr Max Geropp, der das Angebot mit korsischen Produkten bereichert. Darunter die Canistrelli, ein süßes Mandelgebäck, das die Korsen gern zum Kaffee oder Espresso essen. Angesichts der Pandemie gibt es statt der üblichen Sitzmöglichkeiten im Schatten der großen Bäume in diesem Jahr Stehtische.

Erste Station in Deutschland

Ursprünglich hätten die Händler schon Anfang Mai nach Wertheim kommen sollen. Aufgrund der Corona-Pandemie war zwischenzeitlich unklar, ob der Markt in diesem Jahr überhaupt stattfinden könne. „Wertheim ist die erste deutsche Stadt, die uns seit der Corona-Krise empfangen hat“, berichtet Richard Escalle auf Französisch. Für die Händler sei die Ungewissheit schlimm gewesen – die Märkte sind für sie die Haupteinnahmequelle. „Wie der Franzose sagt: C’est la vie“, nimmt Marguerite Mueller die Situation trotz allem mit Humor.

Die Freude sei umso größer, dass sie nun doch in die Main-Tauber-Stadt kommen durften, sind sie und Escalle sich einig. Zuvor hatten die Händler sieben Städte in Österreich besucht. Bürgermeister Wolfgang Stein sagte in seinen Begrüßungsworten, mit dem Markt könne das „kulturelle Leben in Wertheim wieder Fahrt aufnehmen“.

Er hieß die überwiegend aus der Provence stammenden Händler willkommen und dankte Kathleen Nitschel und Christian Schlager, welche die Veranstaltung von Seiten der Stadt organisiert hatten. Möglich gemacht hatte das kleine Stück Frankreich auf dem Mainplatz auch Hilmar Wehner, der als Bindeglied zwischen Wertheim und den Händlern fungierte. Er war spontan aus Straßburg angereist und von der Main-Tauber-Stadt sehr angetan.

Probieren geht über studieren

„Le buffet est ouvert“, erklärte Bürgermeister Stein wenig später das Buffet für eröffnet. Wer nicht in den Genuss der am Dienstag aufgebauten Köstlichkeiten kam, hat in den nächsten Tagen auch an den Ständen die Möglichkeit, die verschiedenen Produkte zu probieren. „Das ist ja das Schöne“, findet Walburga Brich. „Ich weiß genau, was ich kaufe.“ Ihr Mann Günter ergänzt: „So eine Gelegenheit hat man nur selten.“ Das Ehepaar ist eigens für den Französischen Markt von Uettingen nach Wertheim gekommen – und von dem Angebot begeistert. „Wir genießen einfach“, schwärmen beide und schlendern bereits weiter zum nächsten Stand.

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