Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt Ohne Versicherungsschutz unterwegs

Krach ruft Polizei auf den Plan

Archivartikel

Wertheim.Beim Amtsgericht Wertheim bestritt ein Angeklagter den Vorwurf des Fahrens eines Opel Astra in Grünenwört ohne Haftpflichtversicherung. Erst als die Richterin für den 9. Oktober einen weiteren Verhandlungstermin festsetzen wollte, um von ihm benannte „Entlastungszeugen“ zu befragen, räumte der Beschuldigte kleinlaut die Wahrheit ein.

So endete die Verhandlung mit einem Urteil. Unter Anwendung von Jugendstrafrecht, wegen mangelnder Reife, sprach das Gericht eine Verwarnung aus, der Auszubildende muss 500 Euro Buße zahlen und am Verkehrsunterricht teilnehmen.

Gerade 20 Jahre alt, hatte der beschuldigte ein Auto gekauft und am Sonntag Abend mit roten Kennzeichen nach Wertheim gebracht. Die Kennzeichen wurden abmontiert und dem Fahrer eines mitgekommenen zweiten PKW gegeben.

Unmittelbar danach unternahm der Angeklagte eine Spritztour durch den Ort, zur eigenen Freude und um seine Bekannten zu beeindrucken. Der Wagen war weder angemeldet noch versichert. Die Gespräche mit den Bekannten und die „wilde Fahrt“ selbst verliefen so lautstark, dass Ortsbewohner aufmerksam wurden und die Polizei verständigten.

In der Verhandlung behauptete der Beschuldigte zunächst, die roten Kennzeichen seien an den Autoscheiben vorn und hinten ausgelegt gewesen, da die Halterungen an den Stoßfängern abgebrochen waren, und Bekannte könnten das bestätigen.

Ein negatives Licht auf den Angeklagten warf die Verlesung des Erziehungsregisters. 2018 hatte ihn das Jugendschöffengericht Tauberbischofsheim wegen Diebstahls in 14 Fällen zu einem Jahr Jugendstrafe mit Bewährung verurteilt. Es ging unter anderem um abgesaugten Diesel aus Fahrzeugen. Ob die Bewährung widerrufen wird, erscheint fraglich, da der Angeklagte sich im dritten Lehrjahr befindet. goe

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