Wertheim

OB bei Senioren-Union zu Gast Schwerpunktthemen erläutert / Erhebliche Ausgaben

Konzept für Main-Tauber-Eck gewünscht

Archivartikel

Wertheim.Im Rahmen der Informationsveranstaltungen hatte die Senioren-Union den Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez eingeladen, um über die aktuelle Situation der Stadt und die Planungen für die Zukunft zu sprechen.

Nach Ansicht des Oberbürgermeisters hat die Stadt Wertheim sehr gute Zukunftsaussichten. Persönlich hat er sich sechs Schwerpunktziele gesetzt: Bevölkerungswachstum, gestärkte Wirtschaftskraft, Umweltschutz, Bürgernähe, Stärkung der Bildungslandschaft und eine moderne, digitale Verwaltung. Ausdrücklich würdigte der Oberbürgermeister die Lebensleistung der älteren Bürger, die er als das „Gedächtnis der Stadt“ bezeichnete. Aber mit 5300 Bürgern über 60 Jahre und einer weiteren prognostizierten Steigerung bilden die Senioren die größte Altersgruppe in der Bürgerschaft. Es müsste gelingen, auch Jüngere in Wertheim zu halten und so die Bevölkerungszahl zu steigern.

Wirtschaftskraft muss steigen

Anschließend ging Markus Herrera Torrez auf die Haushaltsbesprechungen ein. Demnach kommen auf die Stadt erhebliche Kosten zu, mit Schwerpunkten wie dem Umbau der Otfried-Preußler-Schule, der Sporthalle Nassig, dem Kindergarten Kembach und in naher Zukunft auch der Sporthalle am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, die allein rund 7 Millionen Euro kosten wird.

Obwohl Wertheim eine starke Industrie besitzt und jährlich um die 20 Millionen Euro Gewerbesteuer einnimmt, müsste die Wirtschaftskraft erhöht werden, um die ehrgeizigen Ziele verwirklichen zu können.

Der Umweltschutz wird auch für Wertheim an Bedeutung zunehmen. Die Stadt ist schon als Fair-Trade-Stadt gelistet, neu ist das Projekt „StadtGrün naturnah“, das biologische Vielfalt ins Stadtgebiet bringen soll. Verfolgt werden sollen die Themen Lichtverschmutzung, Mehrwegbecher, vermehrte Nutzung von Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden sowie Vorschriften für die Bepflanzung in Neubaugebieten.

Auf Anregung des OB soll bald ein Gesamtplan für Fahrradwege in Wertheim erstellt wird. Das von der Stadt erworbene Bahnhofsgebäude bietet jetzt die Möglichkeit einer Neugestaltung zum Mobilitätszentrum für Bus und Bahn. Mitnahmebänke könnten insbesondere für die Ortschaften eine Ergänzung zum städtischen Nahverkehr sein.

Der Referent wies darauf hin, dass Wertheim in der glücklichen Lage ist, ein Krankenhaus und eine Notfallstation im Stadtgebiet zu haben. Dies ist für Städte in unserer Größenordnung eine Ausnahme. Sorge bereitet derzeit die Insolvenz des Altera - aber auch hier bemüht sich die Verwaltung um eine Nachfolgeregelung. Obwohl die Versorgung der Stadt mit Hausärzten noch gut sei, will die Stadtverwaltung ein Konzept erarbeiten, wie dies auch in Zukunft gesichert werden kann.

Als Zukunftsthemen nannte Markus Herrera Torrez ein Konzept für das Main-Tauber-Eck, das bisher leider nur als Parkplatz genutzt wird und der Bereich links der Tauber, was zur grünen Lunge Wertheims umgestaltet werden könnte. Mehr Bürgerbeteiligung nannte Herr Herrera Torrez schon im Wahlkampf als sein wichtigstes Ziel. In diesem Sinne hat er einen Bürgersprechtag, der sehr gut angenommen wird sowie die Fragestunde bei den Sitzungen des Gemeinderats eingerichtet. Angestrebt wird weiterhin eine stärkere Beteiligung der Jugend.

In der anschließenden Fragerunde kamen viele lokale und auch persönliche Themen zur Sprache, wie der Neubau der alten Mainbrücke, die fehlende Internetversorgung in der Hospitalstraße und der Neubau eines Hallenbads. su

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