Wertheim

Amtsgericht Strafe zur Bewährung ausgesetzt

Kleidung im Village entwendet

Archivartikel

Wertheim.Diebstähle im Factory-Outlet-Center Wertheim Village kommen immer wieder vor, das zeigen die Verhandlungen beim Amtsgericht Wertheim. Dazu kommen die Fälle von Ersttätern, die mit Strafbefehl geahndet oder bei geringem Schaden gegen Geldauflagen eingestellt werden. Manche Filialleiter verzichten auf Anzeige, um den Zeitaufwand bei Polizei und Gericht zu meiden. Diese Einstellung kam mehrfach im Umfeld von Verhandlungen zur Sprache.

Zu viert unterwegs

Nun wurde wieder ein Fall von Kleidungsdiebstahl im Verkaufswert von 98 Euro am Amtsgericht verhandelt. Der Mann mit Wohnsitz in Darmstadt hatte die Ware Ende November 2019 in einem Laden entwendet.

Der 22-jährige Angeklagte befand sich am Tattag in Begleitung von drei Personen. Die vier fielen dem Sicherheitsdienst durch eine Einkaufstasche auf, die von keinem Geschäft des Village ausgegeben wird. Bei einer Kontrolle behauptete die Gruppe, die in der Tasche gefundene Jacke hätten sie anderswo, nicht im Wertheim Village, gekauft.

Der Sicherheitsdienst überprüfte daraufhin die Kameraaufzeichnungen vom Aussteigen auf dem Parkplatz bis zum Betreten von Läden. Dann schaute man sich die Aufzeichnungen von Geschäften an. In einem hatten zwei Personen gemeinsam die Umkleide betreten. Einer kaufte etwas, bei zweien war später nichts Negatives feststellbar, doch der Angeklagte trug Diebesgut unter seiner Kleidung.

Mehrfach vorbestraft

Er ist wegen Diebstahls, Hehlerei, Raub, gefährlicher Körperverletzung und Drogendelikten vorbestraft, mit Ahndungen von einem Jahr Jugendstrafe sowie einem Jahr und sechs Monaten nach Erwachsenen-Strafrecht. Der junge Mann ist arbeits- und berufslos, eine Lehre hat er abgebrochen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte wegen der hohen Rückfallgeschwindigkeit und, weil bisherige Strafen „wirkungslos“ blieben, eine Strafe von einem Jahr.

100 Stunden gemeinnützige Arbeit

Der Pflichtverteidiger verwies auf den geringen Schaden, der durch die Rückgabe der Waren wieder ausgeglichen wurde, und bat um eine erneute Bewährungsstrafe. Die Richterin entschied für den 22-Jährigen auf eine Strafe von sieben Monaten, die sie gegen Ableistung von 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit zur Bewährung aussetzte. goe

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