Wertheim

Figurentheater zu Gast „Karfunkel“-Truppe präsentierte bekanntes Stück über Yakari, den kleinen Indianerjungen

Kinder machten große Augen

Archivartikel

Viel Spaß hatten die großen und kleinen Besucher des proppenvollen Arkadensaals bei der Vorstellung des Figurentheaters „Karfunkel“. Gezeigt wurde die Geschichte eines Indianerjungen.

Wertheim. In ein aufregendes Abenteuer im Wilden Westen tauchten mehr als 100 Kinder und Erwachsene im prall gefüllten Arkadensaal des Wertheimer Rathauses am Mittwochnachmittag ein. Dort gastierte das Figurentheater „Karfunkel“ aus dem unterfränkischen Burgpreppach mit dem rund einstündigen Stück „Yakari, der kleine Indianerjunge - Schneeball in Gefahr“.

Dabei zeigte sich, dass auch im digitalen Zeitalter das klassische „Kasperle-Theater“ nichts an seinem Reiz verloren hat und besonders die Kinder noch mitfiebern, mitleiden und mitfreuen lässt.

Das bestätigte auch Betreiber Bernd Sperlich, der im Alter von sechs Jahren das erste Mal im großelterlichen Figurentheater auf der Bühne gestanden hatte und das Theater seit 2011 gemeinsam mit seiner Frau Sandra eigenständig betreibt: „Ich habe sogar das Gefühl, dass es noch besser angenommen wird als früher. Die Eltern wollen ihren Kindern auch ein Live-Erlebnis bieten. Zeit zu Hause vor Smartphone und Co. verbringen sie schließlich genug.“

Darin sehen die Sperlichs auch eine Art Berufung: „Wir wollen den Kindern immer mal wieder zeigen, dass man auch mit Bühnentheater Spaß haben kann.“ Gelungen ist dies ihnen am Mittwoch auf jeden Fall - bei Kindern und bei den Erwachsenen.

Spaß und Spannung erlebten die Zuschauer mit Yakari, dem kleinen Jungen aus dem Indianerstamm der Sioux. Beim Honigsuchen im Wald trifft Yakari seinen Freund, den weißen Bären namens Schneeball.

Diesem droht jedoch Gefahr durch den wandernden Krieger „Gespannter Bogen“, der ein Faible für die Jagd ungewöhnlicher Tiere hat und daher Schneeballs Fell zu seiner Sammlung hinzufügen möchte. Spätestens jetzt ist klar, für wen das junge Publikum in der 50-minütigen Spielzeit lautstark Partei ergreifen und wen es durch laute Rufe und wildes Gestikulieren auf die falsche Fährte zu locken versuchen wird.

Als „Gespannter Bogen“ Yakaris beste Freundin namens „Regenbogen“ als Geißel nimmt, um Yakari zu zwingen, ihn zum Versteck von Schneeball zu führen, durchleidet das junge Publikum kurzzeitig ein klassisches Dilemma. Doch mit einer List befreien Yakari, sein Pony „Lauter Donner“ und Schneeball ihre Freundin gemeinsam.

Besonders die wechselnden Bühnenbilder, die liebevoll handgefertigten Figuren und die lustigen Dialoge ließen die Kinder tief in die Abenteuergeschichte eintauchen. Große Augen, spontanes Aufspringen, lauter Applaus und engagiertes Mitsingen der aus dem Fernsehen bekannten Lieder waren unübersehbare Anzeichen dafür, dass das Publikum einen vergnüglichen Nachmittag verbrachte.

Und so manch einer dürfte dank der Vorstellung in der Nacht noch von einem Abenteuer im Wilden Westen geträumt haben.

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